Grünen-Politikerin

Künast setzt beim Klimaschutz auf Fleischverzicht

BERLIN. Die Grünen-Politikerin Renate Künast hält eine veränderte Ernährungsweise aufgrund des Klimawandels für unausweichlich. „Wir werden weltweit unsere Ernährung umstellen. Es wird faktisch so sein, daß wir weniger Fleisch und mehr Gemüse essen, und kurioserweise ist das ja das, was uns jeder Arzt empfiehlt“, sagte Künast der Welt. Sie sehe es mit einer gewissen Freude, daß sich die Ernährung in Deutschland „Teller für Teller“ verändere.

„Bei der Deutschen Bahn gibt es vegetarische Produkte, in Schulkantinen wird mittlerweile überall auch vegetarisch angeboten, an der Technischen Universität in Berlin gibt es jetzt sogar eine vegane Mensa. Die Eltern achten immer mehr darauf, und von den Kindern und Jugendlichen, die für Klimaschutz auf die Straße gehen, wollen immer mehr vegan oder vegetarisch leben. Das setzt sich schlicht und einfach durch.“

Agrarökologie statt chemiebasierter Landwirtschaft

Als die Grünen 2013 einen sogenannten Veggieday pro Woche gefordert hätten, seien sie dafür „verdroschen“ worden. „Aber jetzt hat uns die Realität eingeholt, die Probleme sind noch größer geworden, von der Klimakrise bis zum Artensterben. Und darum gibt es gerade bei jungen Leuten die Entwicklung zur veganen und vegetarischen Ernährung, die wir damals gefordert haben. Darüber freue ich mich!“

Künast sprach sich zudem für eine Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion aus, „weg aus dem chemiebasierten industriellen Anbau und hin zu einer Art Agrarökologie“. Derzeit würden Pestizide und Dünger energieintensiv hergestellt, wodurch Deutschland einen massiven weiteren Beitrag zum Klimawandel leiste. Deshalb bleibe gar nichts anderes übrig, als auf ökologisches Anbauen umzustellen. Die Tierhaltung müsse drastisch reduziert werden. Beim Düngen könne man teilweise auch auf Dünger aus Pflanzen zurückgreifen. (krk)

Renate Künast: Fleischverzicht für Klimaschutz Foto: picture alliance

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