Verletzte Polizisten

Demonstranten wollen Abschiebung mit Gewalt verhindern

LEIPZIG. Mehrere hundert Demonstranten und Randalierer haben am Dienstag abend in Leipzig versucht, eine Abschiebung teils gewaltsam zu verhindern. Wie die Polizei zunächst auf Twitter mitteilte, sei die Rückführung für 20:30 Uhr geplant gewesen, sie verzögerte sich jedoch aufgrund der Blockade bis in die Nachtstunden.

Laut der Leipziger Volkszeitung versammelten sich zunächst 30 Personen, um die Abschiebung mit Möbeln auf der Straße zu blockieren. Die Zahl sei im Laufe des Abends allerdings auf 500 gestiegen. Die Demonstranten hätten Flaschen und Steine geschmissen, woraufhin die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzte.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, daß der betroffene illegale Einwanderer von den Beamten geholt worden sei. Ob der Abschiebeflieger planmäßig gestartet sei, sei derzeit jedoch nicht bekannt. Bei den Protesten seien mehrere Polizisten verletzt und mehrere Demonstranten festgenommen worden.

„Wir bleiben“- und „Bullenschweine“-Sprechchöre

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im sächsischen Landtag, Marco Böhme, sprach von „Jagdszenen“ und warf der Polizei vor, „massiv eskaliert“ zu haben. Eine Beobachterin schrieb auf Twitter: „Die heutige Abschiebung in Leipzig wurde von der Polizei mit allen Mitteln durchgesetzt. Ich habe lange nicht mehr so gewalttätige Polizisten erlebt.“

Dem Grünen-Politiker Jürgen Kasek zufolge handelte es sich bei dem abzuschiebenden Mann um einen kurdischen Syrer. Er könne nicht nach Syrien abgeschoben werden, da er über Spanien in die EU eingereist sei und dorthin geflogen werden sollte.

Laut der Leipziger Volkszeitung rief die Polizei die Demonstranten mehrfach auf, den Ort zu verlassen, woraufhin es immer wieder zu „Wir bleiben“- und „Bullenschweine“-Sprechchören kam. Erst nachdem die Beamten abgerückt waren, habe sich die Lage gegen 2 Uhr beruhigt. (ls)

Polizeieinsatz (Archivbild): Linksparteipolitiker spricht von „Jagdszenen“ Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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