Erstaufnahmeeinrichtung

Suhl: Asylbewerber lassen Polizei nicht zur Ruhe kommen

SUHL. Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im südthüringischen Suhl ist am Montag zum Schauplatz mehrerer Polizeieinsätze geworden. Gleich vier Mal mußten die Beamten in die Unterkunft ausrücken. Um 20 Uhr hatte zunächst ein 37 Jahre alter Libyer die Scheibe eines Feuermelders eingeschlagen.

Eine Stunde später trat ein 22 Jahre alter Bewohner – ebenfalls aus Libyen – gegen eine Brandschutztür und beschädigte diese. Er wurde festgenommen, nachdem er sich nicht beruhigen ließ und von ihm eine Gefährdung für weitere Bewohner ausgegangen sei, hieß es von der Polizei.

Streit um Schnapsflaschen

Gegen 21:45 Uhr entdeckte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bei einer Gruppe Männern sechs Flaschen Schnaps. Trotz Alkoholverbots waren die Männer nicht bereit, die hochprozentigen Getränke abzugeben „und signalisierten dies dem Wachmann auch eindringlich“, berichtet die Polizei.

Als die Beamten deswegen erneut gerufen wurden, rannten die Betroffenen davon und versteckten sich. Bei der Flucht sprang ein 34jähriger Algerier aus einem Fenster im 2. Obergeschoß und verletzte sich beim Aufprall am Handgelenk.

Ein letztes Mal mußte die Polizei um halb zwei Uhr nachts ausrücken, als der bereits um 20 Uhr wegen Notrufsmißbrauch angezeigte 37jährige Libyer erneut einen Feueralarm auslöste. Der Asylbewerber, bei dem 1,3 Promille Blutalkohol festgestellt wurden, verbrachte daraufhin die Nacht in der Gewahrsamszelle.

Immer wieder Polizeieinsätze

Bereits am 10. Januar mußten Polizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot in der Einrichtung anrücken, als es dort zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Flüchtlingen gekommen war. Als die Beamten einem 30jährigen Bewohner während des Einsatzes eine Schnapsflasche wegnahmen, zertrümmerte er daraufhin die Einrichtung.

Laut Polizeiangaben kamen daraufhin zahlreiche Bewohner aus ihren Zimmern auf den Gang des Gebäudes und beteiligten sich „wild gestikulierend und laut diskutierend am Geschehen“. Durch einen Bewohner wurde dabei der Feueralarm ausgelöst. 2015 waren mehrere Polizisten bei einem Einsatz in der Unterkunft verletzt worden, als rund 100 Bewohner auf die Beamten zuliefen und sie mit Steinen und Glasgefäßen bewarfen.

Grund des Einsatzes war ein Streit unter Bewohnern über Glaubensfragen. Ein Mitbewohner hatte Seiten aus einem Koran gerissen. Einer der Männer, die wegen der Vorfälle später vor Gericht standen rechtfertigte sich, er kenne das deutsche Rechtssystem nicht. In Afghanistan drohe Menschen, die den Koran schändeten, Gefängnis. Dort säße er nicht auf der Anklage-, sondern der Zeugenbank.  (tb)

Asylbewerber vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl Foto: picture alliance/ dpa

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