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Andreaskreuz an stillgelegtem Bahngleis – 16 Prozent des Netzes aufgegeben Foto: picture alliance/imageBROKER

Seit Bahnreform 1994
 

Mehr als 5.400 Kilometer stillgelegt

BERLIN. Die Deutsche Bahn (DB) hat in den vergangenen 25 Jahren 5.400 Kilometer Schienen stillgelegt. Seit der 1994 in Kraft getretenen Bahnreform wurden damit etwa 16 Prozent des Gesamtnetzes aufgegeben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Nach Angaben der Bahn sind vor allem dünner besiedelte Regionen von den Stillegungen betroffen. Zwischen 1993 und 2008 nahm die Bahn den Zahlen zufolge jährlich mehrere hundert Schienenkilometer unrentabler Strecken vom Netz. Das Tempo des Abbaus hat sich in den letzten Jahren etwas verlangsamt. Heute sind noch gut 33.000 Kilometer Schiene in Betrieb.

Bahn verweist auf Neubaustrecken

Die Bahn rechnet rund 1.100 Kilometer an neuen Schienenwegen dazu, die in der Vergangenheit angeschlossen wurden, etwa neue Hochgeschwindigkeitsabschnitte auf der Strecke Berlin – München oder die Schnellfahrtrasse, die Köln und Frankfurt verbindet. Kritiker monieren unterdessen, daß die Neubaustrecken zumeist bloß bereits bestehende Verbindungen ersetzten.

Der Bahnkonzern verweist auf wirtschaftliche Zwänge und auf die Politik. Die Stillegung einer unrentablen Strecke genehmige das Eisenbahnbundesamt nur, wenn sich kein anderer Wettbewerber für den Weiterbetrieb der Strecke finde. Zudem seien die Bundesländer die Besteller von Nahverkehr. Damit hätten sie entscheidenden Einfluß auf Beibehalt oder Aufgabe einer Strecke.

Grüne: Gute Bahn eine Frage der Daseinsvorsorge

Wegen zunehmender Verspätungen steht die Deutsche Bahn als Platzhirsch im schienengebundenen Nah- und Fernverkehr seit Monaten in der Kritik. Berlin verspricht indessen Abhilfe. Wie aus der Antwort auf die kleine Anfrage hervorgeht, rechnet das Bundesverkehrsministerium für den Zeitabschnitt von 2019 bis 2030 mit einem Gesamtbedarf an Bundesmitteln für den Schienenverkehr von 32 Milliarden Euro. Im November habe das zuständige Ministerium den Bundesverkehrswegeplan um rund 30 Ausbauprojekte erweitert.

Die Grünen-Opposition im Bundestag kritisierte die aufgestockten Mittel als zu wenig. „Dies ist ein Sterben auf Raten“; beklagte die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock. Es gehe um eine Frage von Zusammenhalt und Daseinsvorsorge. Die Bundestagsabgeordnete forderte, die Deutsche Bahn müsse wieder stärker ihr Kerngeschäft, Menschen günstig und verläßlich von A nach B zu transportieren, ausbauen. (ru)

Andreaskreuz an stillgelegtem Bahngleis – 16 Prozent des Netzes aufgegeben Foto: picture alliance/imageBROKER
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