Lageso
Wartende Asylbewerber vor dem Lageso in Berlin (2015) Foto: rg

Flüchtlingskrise
 

Zentralrat der Juden fordert Obergrenze für Asylsuchende

BERLIN. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Asylsuchenden ausgesprochen. „Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen“, sagte Schuster der Welt.

„Wenn es so weitergeht wie bisher wird die Vermittlung unserer Werte zunehmend schwieriger. Die erfolgreiche Integration ist aber auch für die jüdischen Gemeinden in Deutschland wichtig.“

Die Flüchtlingsströme hätten zwei Seiten, warnte Schuster. Auf beide müsse geachtet werden. „Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des Islamischen Staates und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Haß auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil sind.“ Dies gelte nicht nur in Bezug auf Juden, sondern auch für die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen.

Innenministerium lehnt Obergrenze ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine Obergrenze für Asylbewerber ab. Erst am Freitag bekräftigte sie diese Position auf dem CSU-Parteitag in München. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), plädiert dagegen für eine Begrenzung der Einwanderung von Asylsuchenden. Dauerhaft müsse deren Zahl deutlich unter 500.000 pro Jahr liegen, sagte er der Bild-Zeitung. Nur dann könne die deutsche Bevölkerung das akzeptieren.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums unterstrich jedoch gegenüber der Welt: „Es bleibt dabei: Beim Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte gibt es keine Obergrenze.“ (krk)

Wartende Asylbewerber vor dem Lageso in Berlin (2015) Foto: rg
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