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Pforzheim
 

Anthroposophen sagen Tagung nach Druck von Antifa ab

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Stefan Scheil: Der Historiker ist der linksextremen Antifa ein Dorn im Auge Foto: Visiomedia

PFORZHEIM. Die Freie Anthroposophische Vereinigung Pforzheim hat nach massiven Drohungen von Linksextremisten eine Veranstaltung mit dem Historiker Stefan Scheil abgesagt. Man habe sich entschieden, die für das Wochenende geplante Tagung nicht abzuhalten, sagte Herbert Ludwig, Vorstandsmitglied der Vereinigung, der JUNGEN FREIHEIT.

Ursprünglich sollte Scheil, der unter anderem als Autor und Kolumnist für diese Zeitung tätig ist, zum Thema „Wege zur Einbindung Europas in Amerikas Geo-Strategie“ referieren. Sein aktuelles Buch „Transatlantische Wechselwirkungen: Der Elitenwechsel in Deutschland nach 1945“ war im vergangenen Jahr bei „Duncker & Humblot“ erschienen.

Gegen die Veranstaltung hatte jedoch die linksextreme Antifaschistische Initiative Pforzheim protestiert. In einem Offenen Brief forderte die Gruppierung die Anthroposophen auf, die Veranstaltung „umgehend abzusagen“. Scheil verbreite eine „geschichtsrevisionistische Ideologie“, begründeten die Linksextremisten ihre Forderung. Davon müsse sich die Anthroposophische Vereinigung distanzieren. „Falls die Veranstaltung nicht abgesagt wird, müssen wir das eben selber in die Hand nehmen. Geschichtsrevisionismus bekämpfen – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!“, drohte die Gruppierung offen.

„Der Mob der Straße hat sich durchgesetzt“

Nachdem die Regionalpresse die Drohungen und die Kritik der Antifa aufgegriffen hatte, forderte auch die Anthroposophische Gesellschaft, von der die Freien Anthroposophen die Räumlichkeiten für ihre Tagung gemietet hatten, die Veranstalter auf, sich von Scheil zu distanzieren. Dies lehnten die Freien Anthroposophen aber ab. Aufgrund der linksextremen Drohungen und der sich daraus ergebenden Kündigung der Räumlichkeiten entschlossen sich die Freien Anthroposophen jedoch, die Tagung abzusagen.

„Der Mob der Straße ist so stark, er kann sich überall durchsetzen“, erläuterte Ludwig die Entscheidung gegenüber der JF. Dies führe dazu, daß das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung immer wieder ausgehebelt werde. „Wenn Veranstaltungen aus Angst abgesagt werden müssen, wo bleibt dann dieses Grundrecht?“

Lobende Worte fand Ludwig dagegen für die Polizei. Diese habe sich äußerst korrekt verhalten und zugesichert, die Veranstaltung mit ausreichenden Kräften zu schützen, wenn sie denn stattfände. Allerdings hätten die Beamten darauf hingewiesen, daß sie nicht dafür garantieren könnten, daß das Veranstaltungsgebäude nicht zu einem späteren Zeitpunkt Ziel linksextremistischer Attacken werde. Dies habe dann mit zu der Entscheidung geführt. (krk)

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