Moslems_protestieren_in_Sidney_Flickr_Jamie_Kennedy_mit_CC-Lizenz

Islam-Debatte
 

Warum weichen wir?

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Moslems protestieren in Dortmund gegen den Mohammed-Film Foto: JF

Knieweich starren Deutschlands politische und mediale Funktionseliten seit nunmehr gut zwei Wochen auf die inszenierten Protestrituale, die quer durch die muslimische Welt – „Eurabien“, grob gesagt, eingeschlossen – aus Anlaß eines via Internet verbreiteten Films über den Islam-Gründer Mohammed abgehalten werden.

Daß solche Lärm- und Gewaltausbrüche, egal ob im Orient oder vor der eigenen Haustür, um jeden Preis zu vermeiden seien, ist mehr oder weniger offen die oberste Richtschnur im Umgang mit solchen Provokationen geworden. Das ist verräterisch – ein Lehrstück über die geistige Verfaßtheit der islamischen Akteure im In- und Ausland, vor allem aber über den Stand der vorwegnehmenden Selbst-Islamisierung in unserem Land.

Denn tatsächlich könnte man beide Abgeschmacktheiten – die Videoschnipsel und ihre angekündigten „öffentlichen Vorführungen“ ebenso wie die reflexhaften Drohungen und Proteste der Islam-Funktionäre – mit einem achselzuckenden „Na und?“ gelassen abtun. Wer „Teil Deutschlands“ sein will, muß eben aushalten können, was den hier bodenständigen Religionsgemeinschaften im Namen der Kunst- und Redefreiheit längst und weit ärger zugemutet wird. Und was seit Monaten im weltweiten Netz in jedem Moment öffentlich aufgeführt wird, kann von Staats wegen nicht einfach „verboten“ werden, zumal wenn es nicht gegen Recht und Gesetz verstößt.

Die angedrohten „Straßenschlachten“ blieben aus

Das etablierte Hosenschlottern in Politik und Medien war verfrüht und unangebracht, wie der Verlauf des letzten Protestwochenendes gezeigt hat. Die von Muslim-Generalsekretär Aiman Mazyek angedrohten „Straßenschlachten“ blieben aus, die mit großem Tamtam angekündigten Kundgebungen in mehreren deutschen Städten waren eher mäßig besucht. Ebenso übrigens wie die weltweit in Fernsehbildern spektakulär abgefeierten Demonstrationen in der muslimischen Welt, wie eine amerikanische Politikwissenschaftlerin nachgezählt hat: Mal waren es ein paar hundert, mal nur wenige Dutzend, die auf die Straße gingen, selbst in bevölkerungsstarken Ländern wie Ägypten oder Iran protestierten höchstens jeweils ein paar tausend.

Vordergründig betrachtet ist das Kalkül der „Knöpfchendrücker“ (Martin Lichtmesz) also nur unvollständig aufgegangen: Anderthalb Milliarden Muslime sind nicht auf einen hingeworfenen Schlüsselreiz hin wie ein Mann aufgestanden, weder im Orient noch in Europa; und auch dort, wo es zu massiven Ausschreitungen mit Toten und Verletzten kam, stellt sich oft genug heraus, daß die jeweils zuständigen Haßprediger auf dem Empörungsklavier ihr ganz persönliches machtpolitisches Spielchen gespielt haben. Und trotzdem funktioniert die Erpressung, lassen sich ganze Regierungen von einer fanatisierten Minderheit vorführen und in Hysterie versetzen:

Amerika schaltet Fernsehwerbung in Pakistan, um sich von dem schon seit Monaten kursierenden und jetzt erst hochgezogenen Werk eines Provokateurs zu distanzieren, dessen Drahtzieher noch immer im dunkeln liegen; die französische Regierung empfängt die Spitzen der Islam-Lobby, um „die Lage zu beruhigen“, und empfiehlt einer aufsässigen Satirezeitschrift, sich im Interesse der öffentlichen Sicherheit doch lieber vorsorglich selbst einen Maulkorb umzuhängen; und die Bundeskanzlerin, die einst – wohl doch nur, um ihre Anti-Sarrazin-Kampagne vergessen zu machen – den dänischen Mohammed-Karikaturisten Westergaard persönlich ausgezeichnet hatte, sinnierte unter allgemeiner Zustimmung über Aufführungsverbote.

Der Wink mit dem Druck der Straße reicht

Fraglos ein Erfolg für Mazyek und seine Kollegen: Der Wink mit dem Druck der Straße reicht, und schon stehen elementare Freiheitsrechte zur Disposition. Die Drecksarbeit erledigen andere, die aus den Tiefen des Netzes mit Mord, Totschlag und Attentat drohen; die Unterwerfungsgesten nimmt man selbst entgegen und stellt befriedigt fest, daß mit zweierlei Maß gemessen wird, und zwar im Zweifelsfall zum Nachteil der einheimischen Kartoffeln: Wer Christen beleidigt, der wird bejubelt, wer Muslimen zu nahe tritt, dem winkt die Zwangsjacke; und während beim „Kampf“ gegen den weitgehend halluzinierten Feind von „rechts“ jederzeit noch eine Schippe draufgelegt werden darf, genügt die bloße Andeutung, die Dauerbeleidigten müßten sich nun auch noch über ein Mohammed-Video empören, daß der Bundesinnenminister eine lediglich in ihrer gutgemeinten Harmlosigkeit erschütternde Plakatkampagne gegen die höchst reale Gefahr der islamistischen Radikalisierung muslimischer Einwanderer umgehend kassiert.

Das Ganze erinnert an das Treiben eines Klassenrüpels, der den Pausenhof dominiert, nicht weil er der Klügste ist, sondern der Rücksichtsloseste, der Lehrern und Mitschülern die Spielregeln aufzwingen kann, weil sie sich vor seinem Prügeln fürchten und das zulassen. Trifft so einer auf entschlossene Gegenwehr, schrumpft er schnell wieder auf Normalmaß. Ebenso sind die islamischen Verbände letztlich nur so stark und einflußreich, wie man sie aus Feigheit und Willensschwäche gewähren läßt.

Außer ihrem demographischen Drohpotential haben die muslimischen Scharfmacher nämlich wenig zu bieten. Sie gründen ihren Machtanspruch darauf, daß ihnen eine dominante Position aufgrund der schieren Zahl früher oder später von alleine zufallen werde.

Ein guter Zeitpunkt um die Auseinandersetzung aufzunehmen

Zugeständnisse betrachten die Mazyeks dieser Republik nicht als friedenstiftenden Kompromiß, sondern als Zeichen der Schwäche, das sie auf ihrem Weg zu einem islamischen Staat im Staate bestätigt. Der inszenierte Konflikt um ein provokatives Video hat die ethnisch-kulturellen Bruchlinien ein weiteres Mal in aller Schärfe markiert und zugleich den Islam-Funktionären die Grenzen ihrer Mobilisierungsfähigkeit aufgezeigt. An sich ein guter Zeitpunkt, um die Auseinandersetzung mit Gelassenheit und Stärke aufzunehmen, statt Schritt um Schritt vorauseilend zu kapitulieren.

JF 40/12

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