Studie: Türken in Deutschland sind schlecht integriert

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Junge Türken am sowjetischen Ehrenmal in Berlin Foto: Flickr/ihhsuwioa

BERLIN. Türken bilden in Deutschland die am schlechtesten integrierte Ausländergruppe. Das geht aus einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor.

Laut Berliner Zeitung landeten die türkischen Zuwanderer, die die zweitgrößte Ausländergruppe in Deutschland bilden und von denen die Hälfte hierzulande geboren wurde, auf dem letzten Platz der Integrationsskala.

30 Prozent der Türken haben keinen Schulabschluß

Zur Erstellung der von 1 (mißglückte Integration) bis 8 (gelungene Integration) gehenden Skala hatten die Wissenschaftler 20 Indikatoren wie Bildung, Familiensituation, Berufsleben und soziale Situation untersucht. Die türkischen Zuwanderer erhielten im Schnitt eine 2,4. Deutschlandweit hätten 30 Prozent von ihnen keinen Schulabschluß.

Zudem heirateten 93 Prozent der hier geborenen Türken innerhalb der türkischen Gemeinschaft. Am besten integriert ist laut der Studie die Gruppe der EU-Zuwanderer mit einem Schnitt von 5,5, gefolgt von der größten Zuwanderergruppe, den Aussiedlern, die durchschnittlich mit 5,1 bewertet wurden.

Bei der Abhängigkeit von öffentlichen Leistungen liegen die Türken mit 16 Prozent im hinteren Mittelfeld. Am abhängigsten sind mit 34 Prozent Zuwanderer aus dem Nahen Osten, gefolgt von Afrikanern, die zu 24 Prozent auf öffentliche Leistungen angewiesen sind.

München auf Platz eins, Duisburg Schlußlicht

Von den Städten liegt bei der Integration München auf Platz eins. Bei einem Zuwandereranteil von 31 Prozent lag der Schnitt der Integrationsleistung in der bayerischen Landeshauptstadt bei 5,9. Das Schlußlicht bilden Nürnberg (4,1) mit einem Zuwandereranteil von 32 Prozent und Duisburg (3,75), das einen Zuwandereranteil von 25 Prozent zu verzeichnen hat.

Die Wissenschaftler sehen vor allem in der Bildung Nachholbedarf. So sollten beispielsweise Schulen zu ganztägigen Integrationszentren ausgebaut werden. Deutschland könne es sich angesichts des demographischen Wandels nicht leisten, auf die Potentiale seiner Zuwanderer zu verzichten.

Der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums der CDU in Nordrhein-Westfalen, Bület Arslan, machte als Reaktion auf das Ergebnis der Studie die Politik in Deutschland verantwortlich. Diese habe es bis zum Ende der neunziger Jahre versäumt, sich um die Integration der Zuwanderer zu bemühen.

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