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Massengrab in Marienburg: Regierung bemüht sich um Aufklärung

Massengrab
Massengrab bei Marienburg Foto: JF

BERLIN. Die Bundesregierung bemüht sich um eine Aufklärung der Hintergründe des bei Marienburg entdeckten Massengrabes. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche (parteilos) hervor.

Demnach steht das Deutsche Generalkonsulat in Danzig wegen der bei Marienburg gefundenen sterblichen Überreste von mehr als 1.800 Menschen seit November im ständigen Gespräch mit den zuständigen polnischen Behörden. Hierzu gehören unter anderem der Bürgermeister von Marienburg sowie der Woiwode (Verwaltungschef) von Pommern.

Zudem steht die Bundesregierung mit der Staatsanwaltschaft beim polnischen Institut des Nationalen Gedenkens in Danzig in Verbindung, die unter anderem für die Verfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig ist und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Marienburg fortsetzt.

Nitzsche kritisiert Antwort als unzureichend

Inhaltlich geht es neben der Ermittlung der Hintergründe, die zum Tod der im Massengrab Verscharrten führten, auch um deren geplante Bestattung. Hierfür sei der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeschaltet worden.

Laut der Bundesregierung hätten die Gespräche bislang ergeben, „daß es sich bei den in Marienburg aufgefundenen Toten zumindest weit überwiegend um Ziviltote“ gehandelt habe. Diese seien bei oder unmittelbar nach den Kämpfen um Marienburg am Ende des Zweiten Weltkrieges getötet worden oder infolge von „Hunger, Kälte oder Krankheit umgekommen“.

Nitzsche bezeichnete die Antwort der Bundesregierung gegenüber der JUNGEN FREIHEIT als ungenügend. Es sei schon bezeichnend, daß etliche der Toten Kopfschüsse aufwiesen. Dies spreche eindeutig gegen einen Tod bei Kampfhandlungen oder gar durch Hunger. „Und da sollte die Bundesregierung schon etwas mehr Einsatz zeigen. Immerhin handelt es sich hier offensichtlich um ein an Deutschen begangenes Verbrechen.“

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