Jugendgewalt: Staatsanwalt droht Ablösung

Aue
Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD)

BERLIN. Der für jugendliche Intensivtäter zuständige Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch steht offenbar vor der Ablösung. „Wir überlegen, auch aus fürsorglichen Gründen, wie es mit ihm weitergeht“, sagte der Berliner Generalstaatsanwalt Ralf Rother gegenüber der Welt.

Reusch, der für eine harte Haltung gegenüber jugendlichen Straftätern eintritt, war in die Schlagzeilen geraten, nachdem ihm Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) untersagt hatte, in der ARD-Fernsehsendung „Hart aber fair“ aufzutreten. Zuvor hatte Reusch im Dezember in einer Rede vor der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung unter anderem darauf hingewiesen, daß die Masse der Intensivtäter in Berlin von „orientalischen Migranten“ gestellt wird und gefordert, „besonders auffällige ausländische Kriminelle“ abzuschieben.

Von der Aue distanzierte sich gestern auf der Sitzung des Justizausschusses des Abgeordnetenhauses von Reusch. Weder der Senat, noch die Berliner Justiz könne sich mit den Forderungen des Oberstaatsanwalts identifizieren.

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