Christliche Friedhofserde für Muslime zu feucht

Grabfeld
Christliches Grabfeld. Foto: Pixelio

FRIEDENTAL. Der Stadtrat des Schweizer Ortes Friedental steht im Verdacht, Friedhofserde aus politischen Gründen heimlich entsorgt zu haben. Islamische Friedhöfe sorgen in der Schweizer Kommunalpolitik immer wieder für Streit. Besonders wenn muslimische Einwanderer verlangen, daß die mit Gebeinen von Christen versetzte Friedhofserde ausgetauscht werden müsse, empfinden dies Einheimische als Respektlosigkeit.

Eine neue Methode der Konfliktvermeidung scheint der Stadtrat von Friedental im Kanton Luzern gefunden zu haben. Zunächst bestätigte der Stadtrat dem SVP-Großstadtrat Urs Wollmann im November 2006, „daß auf dem Grabfeld für Muslime kein Erdaustausch stattfindet“.

Wie jedoch die Zeitung 20 Minuten berichtet, wurde inzwischen die Friedhofserde unter einer Abdeckung auf rund 1,80 Meter Tiefe abgetragen und mit neuem Humus, Sand und Kies aufgefüllt.

Auf die Frage eines besorgten Bürgers nach dem Verbleib der Gebeine solle ihm ein Angestellter der Baufirma geantwortet haben, diese hätte man in eine Baugrube verbracht. Wollmann zeigte sich entrüstet: „Wir haben uns gegenüber den Muslimen tolerant gezeigt. Doch wir wurden vom Stadtrat einmal mehr hinters Licht geführt.“ Denn ohne diese Garantie hätte er ein Referendum angestrebt. Baudirekter Kurt Bieder verteidigte nun den Erdaustausch mit technischen Argumenten. Der Boden sei schlecht und feucht gewesen.

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