Bundesregierung beschließt Vertriebenenzentrum

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Logo der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“

BERLIN. Das Bundeskabinett hat heute die Errichtung eines „Sichtbaren Zeichens gegen Flucht und Vertreibung“ zur Erinnerung an das Schicksal der deutschen Vertriebenen beschlossen.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine jahrelange Diskussion über das vom Bund der Vertriebenen (BdV) angeregte Zentrum gegen Vertreibungen. Gegen dieses Vorhaben hatten sich vor allem die Vertreiberstaaten Polen und Tschechien, aber auch die rot-grüne Bundesregierung ausgesprochen.

Das bereits im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbarte „Sichtbare Zeichen“ gilt als Kompromißlösung zwischen dem vom BdV geplanten Vertriebenenzentrum und dem von Rot-Grün unterstützten Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität.

„Tröstliches Gefühl für die Erlebnisgeneration“

Nach Ansicht von BdV-Präsidentin Erika Steinbach wird mit der geplanten Dokumentationsstelle ein bislang weißer Fleck in der Gedenkstättenlandschaft der deutschen Hauptstadt endlich bearbeitet. Für die Erlebnisgeneration werde es am Ende ihres Lebens ein tröstliches Gefühl sein, „daß ihr Schicksal nicht vergessen ist, sondern einen festen Ort im kollektiven Gedächtnis unseres Vaterlandes hat“, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete.

Der Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Hans Ottomeyer, dessen Haus das „Sichtbare Zeichen“ gestalten soll, hatte dagegen im Februar angekündigt, für eine europäische Ausrichtung der Ausstellung zu sorgen. „Unser Ziel ist es, eine Ausstellung im Kontext der europäischen Geschichte zu machen, den Fokus weit aufzumachen und keine über das Schicksal der Deutschen verengte Sicht zu zeigen“, sagte Ottomeyer gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Das „sichtbare Zeichen“ wird im Deutschlandhaus in der Nähe des Anhalter Bahnhofs in Berlin untergebracht. Für die Herrichtung des Gebäudes sind rund 29 Millionen Euro vorgesehen. Im Mittelpunkt wird eine Dauerausstellung stehen, die auf etwa 1.200 Quadratmetern die Themen Flucht, Vertreibung und Integration vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Deutschland und Europa aufarbeiten soll. Ein Schwerpunkt soll dabei auf die Darstellung von Einzelschicksalen gelegt werden. Auf  weiteren 500 Quadratmetern sind Wechselausstellungen geplant.

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