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Anschlag auf türkisches Gemeindezentrum sorgt für Streit

Rathaus_Hamburg
Das Hamburger Rathaus: Zweifel an der Einschätzung der Polizei Foto: Pixelio/Rainer Sturm

HAMBURG. Nach einem Anschlag auf ein türkisches Gemeindezentrum im Hamburger Stadtteil Hamm streiten Polizei, die türkische Gemeinde sowie SPD und Grüne über die Hintergründe der Tat.

Während die Polizei davon ausgeht, daß hinter dem Anschlag kurdische Extremisten aus dem Umfeld der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK stecken, vermuten Politiker der SPD und der Grünen sowie die türkische Gemeinde Rechtsextremisten als Täter.

Am Wochenende hatten Unbekannte zwei Anschläge auf ein von der Türkisch-Islamischen Union (Ditip) betriebenes Religions- und Kulturzentrum im Stadtteil Hamm verübt. Sie warfen dabei die Scheiben eines türkischen Reisebüros und eines türkischen Gemüsehändlers ein und legten ein Feuer.

Möglicherweise Zusammenhang mit PKK-Demonstration

Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit einer ebenfalls am Wochenende in Hamburg stattgefundenen Demonstration von rund 750 Kurden, die für die Freilassung des in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan demonstriert hatten. Zudem wird eine Verbindung mit einem weiteren Anschlag auf ein türkisches Reisebüro in Hamburg Wilhelmsburg angenommen, bei dem ebenfalls am Wochenende die Scheiben eingeschlagen wurden und von den Tätern der Schriftzug PKK hinterlassen wurde.

„Mich ärgert, daß die Polizei nur 24 Stunden nach den Vorfällen quasi eine Analyse abgibt, die in sich nicht schlüssig ist und so nicht stimmen kann“, sagte dagegen der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Bülent Ciftlik dem Hamburger Abendblatt. Der türkischstämmige Abgeordnete wirft der Polizei vor, sie habe „zu wenig Kenntnis von den kulturellen Strukturen innerhalb des Milieus“. Seiner Meinung nach würden Kurden kein Religionszentrum angreifen, in dem sie selbst verkehren.

Ausländerfeindliche Briefe aufgetaucht

Von türkischer Seite wird im Zusammenhang mit den Anschlägen hingegen auf Briefe mit ausländerfeindlichem Inhalt verwiesen, die Anfang September bei dem Religionszentrum eingegangen waren. „Diese Taten haben einen rechtsradikalen Hintergrund“, behauptet daher der Betreiber des Gemüseladens, Osman Kögce, gegenüber dem Abendblatt.

Die Polizei ordnet die Briefe dagegen einem Mann zu, der laut Abendblatt solche ausländerfeindlichen Briefe regelmäßig in ganz Deutschland verschickt. Einen Zusammenhang mit den Anschlägen besteht offenbar nicht.

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