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Österreich: Wiener Schuldirektorin verzweifelt: „85 Prozent sprechen nicht Deutsch“

Österreich: Wiener Schuldirektorin verzweifelt: „85 Prozent sprechen nicht Deutsch“

Österreich: Wiener Schuldirektorin verzweifelt: „85 Prozent sprechen nicht Deutsch“

Schülerin mit Kopftuch (Symolbild): In Neuss beugten sich Schüler offenbar arabischstämmigen Klassenkameraden, die „Scharia-Polizei“ spielten
Schülerin mit Kopftuch (Symolbild): In Neuss beugten sich Schüler offenbar arabischstämmigen Klassenkameraden, die „Scharia-Polizei“ spielten
An Wiens öffentlichen Schulen kann die Mehrheit der Kinder dem Unterricht nicht folgen – auch nicht, wenn sie zuvor fünf Jahre den Kindergarten besuchten. Foto: picture alliance / dpa | Frank Rumpenhorst
Österreich
 

Wiener Schuldirektorin verzweifelt: „85 Prozent sprechen nicht Deutsch“

Deutsch wird an Wiens Volksschulen kaum noch gesprochen – trotz teilweise jahrelanger Sprachförderung in den Kindergärten. Eine verzweifelte Direktorin schlägt jetzt Alarm.
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WIEN. Eine Schuldirektorin hat in Wien für Aufregung gesorgt. 85 Prozent der Kinder, die in ihrer Schule neu eingeschrieben würden, verfügten über unzureichende Deutschkenntnisse – obwohl viele von ihnen zuvor bereits vier Jahre eine Kindertagesstätte besuchten.   

„Der Unterricht ist sehr schwierig. Wir haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Das ist aber nicht schaffbar“, erklärt Maria L., die Direktorin einer öffentlichen Schule, die ihren Namen aus Datenschutzgründen nicht preisgeben möchte. 

Die Situation an Wiens Volksschulen spiegelt ein alarmierendes Phänomen wider: Laut Zahlen des Bildungsministeriums für das Schuljahr 2024/25 sprechen die Hälfte der Schulanfänger nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können. Doch die Zahlen des konkreten Falles aus Wien sind noch dramatischer: Ganze 85 Prozent der eingeschriebenen Kinder sind als „außerordentliche Schulanfänger“ eingestuft – sie können dem Unterricht aufgrund ihrer mangelhaften oder fehlenden Deutschkenntnisse nicht folgen. Doch mehr als die Hälfte dieser Kinder besuchte vorher einen städtischen Kindergarten. 

Ganze Generation von Schülern geht verloren

„Es ist erschreckend, daß Kinder, die bis zu fünf Jahre im Kindergarten waren, weiterhin mit mangelhaften Deutschkenntnissen kämpfen“, so die Direktorin gegenüber Journalisten. Trotz jahrelanger Sprachförderung im Kindergarten scheinen die Kinder nicht in der Lage zu sein, grundlegende Begriffe zu benennen oder einfache Fragen zu beantworten.  

„Unterricht ist so nicht wirklich möglich, und auch für das Lehrpersonal ist es extrem schwierig“, erklärt Maria L. Die Kinder sprechen untereinander ihre eigenen Sprachen und verstehen die Lehrerin nicht. Kulturelle Unterschiede erschweren den Schulalltag zusätzlich. „Einige dieser Kinder geben weiblichen Lehrkräften nicht einmal die Hand“, berichtet die Direktorin weiter. 

ÖVP beklagt mangelnde Deutschkenntnisse

„Tausende Euro werden pro Kind in die Elementarpädagogik investiert, und trotzdem kommen Kinder in die Schule, die einen Baum oder eine Wolke nicht benennen können“, zeigt sich Harald Zierfuß, Bildungssprecher der ÖVP, über die Schilderungen der Direktorin alarmiert. Es sei ein grober Mißstand, daß Kinder auch nach vier oder fünf Jahren im Kindergarten keine ausreichenden Deutschkenntnisse erwerben. Die ÖVP fordert daher verstärkte Kontrollen in Kindergärten, aus denen besonders viele Kinder mit unzureichenden Sprachkenntnissen kommen.  

Mit einem Budget von rund einer Milliarde Euro für die Wiener Kindergärten und einer Förderung von 17.000 Euro pro Platz in städtischen Einrichtungen sieht die ÖVP enorme Mittel ineffizient eingesetzt. „Es wird viel Geld investiert, aber das Problem bleibt ungelöst“, so Karl Mahrer, ÖVP-Landesparteiobmann und Stadtrat. „Selbst wenn es mehr kostet, müssen wir das Problem jetzt lösen. Andernfalls sehen wir zu, wie eine ganze Generation verloren geht.“ (rr) 

An Wiens öffentlichen Schulen kann die Mehrheit der Kinder dem Unterricht nicht folgen – auch nicht, wenn sie zuvor fünf Jahre den Kindergarten besuchten. Foto: picture alliance / dpa | Frank Rumpenhorst
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