Moslemische Privatschule

Schwedens Vornesitzer

Gleichstellung gehört in Schweden seit Jahrzehnten zur Staatsräson, das Land gilt diesbezüglich europaweit als gesellschaftspolitisches Musterländle. Doch nun erschüttert eine Dokumentation des Senders TV4 das emanzipatorische Eiapopeia in Politik und Medien.

So offenbarte jüngst die Sendung „Kalla Fakta“, daß der Schulbustransport der Al-Azhar-Schule in der Stockholmer Trabantenstadt Vällingby alles andere als geschlechtergerecht funktioniert: Denn in den Bus müssen die Mädchen getrennt einsteigen und brav hinten Platz nehmen, damit die Jungen dann die vorderen Reihen besetzen.

Weder der Schulleitung der moslemischen Privatschule noch den Schülern aus islamischen Einwanderermilieu nahmen an dieser „Gender-Apartheid“ Anstoß. Als solche verteufelte der Sozialwissenschaftler Devin Rexvid von der Universität Umeå im Svenska Dagbladet diese „Bus-Segregation“.

Sogar Ministerpräsident Stefan Löfven entsetzte sich vergangenen Dienstag gegenüber Parlamentsjournalisten: „Ich finde die Praxis ekelhaft, so etwas gehört nicht zu Schweden.“ Die Vorfälle zeigten allerdings, daß alle Emanzipationsbemühungen immer noch nicht ausreichten. Ein Verbot muslimischer Schulen schloß Löfven hingegen kategorisch aus, das passe nicht zur schwedischen Integrationspolitik.

JF/15

Kinder steigen in Schulbus (Archivbild) Foto: dpa

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