Markus Krall Freiheit oder Untergang
Donald Sterling
Donald Sterling mit seiner Freundin V. Stiviano Foto: picture alliance/AP

Rassismusdebatte
 

NBA belegt Donald Sterling mit lebenslanger Sperre

LOS ANGELES. Nach seinen als rassistisch eingestuften Äußerungen ist der Besitzer des Basketballteams Los Angeles Clippers, Donald Sterling, von der amerikanischen Basketballliga NBA zu einer lebenslangen Sperre verurteilt worden. Außerdem kündigte NBA-Geschäftsführer Adam Silver eine Strafe von 2,5 Millionen Dollar für Sterling an, die die NBA an Organisationen spenden will, die sich für „Anti-Diskriminierungsmaßnahmen und Toleranz“ engagieren. „Herrn Sterlings Ansichten haben keinen Platz in der NBA“, begründete Silver das Urteil.

Sterling hatte in einem heimlich mitgeschnittenen Gespräch von seiner Freundin V. Stiviano verlangt, künftig nicht mehr öffentlichkeitswirksam Menschen schwarzer Hautfarbe zu den Spielen seines Teams mitzubringen. „Du kannst mit ihnen schlafen. Du kannst sie hierherbringen, wann immer du willst. Die Kleinigkeit, um die ich dich bitte, ist, nicht damit hausieren zu gehen und sie nicht zu den Spielen mitzubringen“, sagte er laut der Aufnahme, deren Echtheit von Sterling bestätigt worden ist.

Sponsoren sprangen ab

Sterling darf laut dem Urteil weder die Trainingseinheiten seines Teams noch dessen Spiele besuchen und auch keine Personalentscheidungen für die Clippers mehr treffen. Zusätzlich soll er zum Verkauf seines Klubs gezwungen werden. Bereits zuvor hatten die Clippers als Reaktion auf Sterlings Kommentar zahlreiche Sponsoren verloren. Nach dem Urteil haben die Unternehmen Adidas und Kia jedoch angekündigt, ihre Unterstützung wieder aufzunehmen.

Selbst der amerikanische Präsident Barack Obama hatte sich zuvor in die Kontroverse eingeschaltet und Sterlings „unglaublich verletzende, rassistische Aussagen“ verurteilt. Der selbsternannte schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton, der in der Vergangenheit selbst wiederholt durch rassistische Kommentare gegen Weiße auffiel, lobte die Entscheidung der NBA und kündigte an, „nach diesem mutigen Schritt“ künftig noch stärker mit den Liga-Verantwortlichen gegen Rassismus und Diskriminierung zusammenarbeiten zu wollen. Sharpton hatte für den Fall, daß die NBA keine Sanktionen gegen Sterling ergreift, mit einer Boykottkampagne gegen die Liga gedroht.

Unmut in sozialen Netzwerken

Während amerikanische Medien die lebenslange Sperre für Sterling fast ausnahmslos lobten, regte sich besonders in sozialen Netzwerken Unmut über die Entscheidung. Ein Facebook-Nutzer schrieb auf der Seite der New York Post, die prominent über den Fall berichtet hatte: „So ekelerregend seine Kommentare auch sein mögen: wollen wir wirklich in einer Welt leben, wo einem alles genommen werden kann, was man sich im Leben aufgebaut hat, weil jemand, dem man vertraut, heimlich eine private Unterhaltung mitschneidet?“

Andere Nutzer zeigten sich empört über die Ungleichbehandlung von schwarzen und weißen Rassisten. „Wenn ein schwarzer Spieler mal etwas Rassistisches über Weiße sagt, wird die NBA dann genauso reagieren?“ Ein anderer schrieb: „Sollten dann nicht auch Al Sharpton und Jesse Jackson bestraft werden, wenn sie etwas Widerliches gegen Weiße sagen? Sollte man nicht auch Oprah Winfreys TV-Sender schließen, weil sie gesagt hat, „alte weiße Leute sollten endlich sterben, weil sie Rassisten sind“? (tb)

Donald Sterling mit seiner Freundin V. Stiviano Foto: picture alliance/AP
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