Votivkirche

Kirchenbesetzung
 

Wiener Kardinal attackiert linke Lobbygruppen

Votivkirche
Die Wiener Votivkirche bei Nacht Foto: Wikimedia/Stephan Brunker mit CC-Lizenz cc-by-sa https://tinyurl.com/yqontc

WIEN. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat linken Lobbygruppen vorgeworfen, Asylbewerber zur Besetzung einer Kirche veranlaßt haben. Wörtlich sagte er, sie würden „die Not der Flüchtlinge für ihre Ideologie mißbrauchen“.

Hintergrund ist eine seit Wochen andauernde Besetzung der Wiener Votivkirche – nach dem Muster der sogenannten Refugeecamps in Deutschland. Der zweithöchste Kirchenbau der österreichischen Hauptstadt wurde im Dezember von teilweise vor der Abschiebung stehenden Asylbewerbern besetzt und ist für die Öffentlichkeit seitdem nicht mehr zugänglich.

Neuer Hungerstreik noch in dieser Woche

Die Demonstranten waren zeitweise im Hungerstreik und haben die Wiederaufnahme desselben für den 1. Februar angekündigt, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Dazu gehören neben der Verbesserung ihrer persönlichen Situation auch allgemeine Forderungen nach einer Änderung des österreichischen Asylrechts.

Hinter jenen Forderungen ständen österreichische und deutsche Asylaktivisten, sagen Kritiker der Kirchenbesetzung. So sprach der FPÖ-Fraktionschef in Wien Johann Gudenus von „deutschen Berufsdemonstranten“, die „Arm in Arm mit Asylbetrügern unter wohlwollendem Blick von Rot-Grün Kirchen okkupieren dürfen“. Die Kirchenführung hingegen reagierte zunächst verständnisvoll auf die Kirchbesetzer. Kardinal Schönborn besuchte sie sogar und appellierte an die Politiker, die „schwierige Lage“ der Leute im Auge zu behalten.

Vier Wochen später platzte dem Wiener Kirchenoberhaupt jetzt der Kragen. „Diese Ideologen scheuen vor nichts zurück“ sagte über die Aktivisten, die die Zuwanderer zu der Besetzung angestachelt hätten. Sie würden sich die „Finger nicht schmutzig machen“ und auch keine konkreten Hilfsdienste leisten – so wie die Kirche. Zuvor waren offenbar Verhandlungen über einen friedlichen Abzug der Asylbewerber in ordentliche Unterkünfte gescheitert. (rg)

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