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Petition
 

Frankreich: Bürgermeister opponieren gegen Homo-Ehe

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Massenprotest gegen die Homo-Ehe: Der Ton verschärft sich Foto: JF

PARIS. Der Streit um die Einführung der Homo-Ehe in Frankreich spitzt sich weiter zu. In einer Petition sprechen sich mehr als 20.000 Bürgermeister gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle aus. Darunter sind nach Angaben der katholischen Nachrichtenseite kath.net auch 3.000 Gemeindeführer aus dem linken Spektrum.

Initiator der Petition ist der konservative Bürgermeister der 700-Seelen-Gemeinde Sotteville-sous-le-Val, Franck Meyer. Die bereits 2005 gegründete Initiative hat sich das Ziel gesetzt, „Kinder zu schützen“. Sie versteht sich als Sprachrohr derjenigen Bürgermeister, die sich weigern, homosexuelle Paare zu trauen. Einer Umfrage zufolge sind 52 Prozent der Stadtoberhäupter gegen die Homo-Ehe.

Weitere Proteste angekündigt

Unterdessen verschärft sich der Ton zwischen Gegnern und Befürwortern der Homo-Ehe weiter. Kurz vor der entscheidenden letzten Abstimmung im Senat warf der Abgeordnete der konservativen UMP, Philippe Cochet, der Regierung vor, sie sei dabei, „Kinder umzubringen“. Die sozialistische Justizministerin Christiane Taubira antwortete, die Opposition schüre ein Klima der Angst, berichtet die Welt. Zudem seien die Gegner einer Gleichstellung mitverantwortlich für homosexuellenfeindliche Übergriffe im Land.

Der französische Senat wird voraussichtlich am kommenden Dienstag über das Gesetz abstimmen, das auch ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht. Familienverbände und Opposition, die in den vergangenen Wochen mehrere hunderttausend Menschen gegen die Vorlage mobilisiert hatten, kündigten weitere Proteste an. (ho)

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