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„Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“

Es gehört zum Glaubensbekenntnis des deutschen Durchschnittsfeuilletonschreibers, dem Nationalgefühl der Deutschen mit akulturellem Weihwasser beikommen zu wollen. Die deutsche Nation, so läßt sich dieser Durchschnittsschreiber vernehmen, sei nun ein bedeutungsleerer Inhalt geworden, ein Relikt der Vergangenheit, welches im allgemeinen Malstrom der Menschheit oder wenigstens Europas untergehen muß. Und wo sich dennoch Nationalgefühl sichtbar regt und die Diagnose Lüge straft, da tobt nunmehr seit Jahren ein „Kampf gegen Rechts“, der alles kriminalisieren möchte, was irgendwie nach „altem Denken“ anmutet.

Für solche Menschen, die gerne einen „Extremismus der Mitte“ wittern möchten, muß sich da die Studie „Die Identität der Deutschen“ der „Identity Foundation“ wie die Offenbarung einer lang gehegten Befürchtung ausnehmen. Denn jenseits des sich selbst reflektierenden Feuilletonbetriebes hat sich ein erstaunlich vitales nationales Selbstbewußtsein der Deutschen erhalten. „Das ist die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet“ – so kommentierte vor acht Jahren der damalige Grünen-Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Satz: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“. Eine anschließende Umfrage des Focus blamierte den Minister bis auf die Knochen: 61 Prozent der Deutschen – bei weitem mehr als die rot-grüne Regierungskoalition – bekannten sich zu diesem „geistigen Tiefflug“. Die Identitätsstudie, bei der knapp zweitausend Deutsche über ihr Verhältnis zur Nation befragt wurden, stellte nun mit 59 Prozent Zustimmung einen ähnlich hohen Wert fest. Lediglich 17 Prozent möchten sich mit Trittin auf eine Stufe stellen. Ansonsten liest sich die Studie wie eine schallende Ohrfeige für so manchen angeblichen Demokraten.

Während in diesen Tagen gerade das Grundgesetz dem Vertrag von Lissabon unterworfen werden soll, lehnen 68,8 Prozent der Deutschen die Vorstellung ab, „daß Europa und die Völkergemeinschaft wichtiger sein könnten als Deutschland“. Während gegenwärtig die Auslandeinsätze der Bundeswehr stillschweigend ausgebaut werden, lehnen es 62,6 Prozent der Deutschen strikt ab, daß sie „in der Weltgemeinschaft künftig mehr militärische Verantwortung übernehmen sollten“.

Am härtesten getroffen dürften aber die Vertreter des Multikulturalismus sein, deren Vorstellung von Menschheitsbeglückung hier eine völlige Absage erteilt wird: Eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent fühlt sich „stark bis sehr stark“ mit Deutschland verbunden, „weil sie hier geboren wurden“. Für über 70 Prozent ist Deutschland eine „Herzensangelegenheit“. Gar 79,8 Prozent sind der Meinung, daß es ein „Wesenszug der Deutschen“ sei, „ihr Vaterland zu lieben“. Von einem „Verfassungspatriotismus“, den Multikulturalisten gerne als rachitisches Substitut für den Nationalgedanken anbieten möchten, findet sich hier keine Spur. Auch haben die Deutschen noch nicht die multikulturelle Prämisse verinnerlicht, daß es keine „Leitkultur“ geben darf – quer durch alle Bundesländer herrscht hier ein absoluter Konsens.

So sind gewaltige 90,8 Prozent der Meinung, der „typische Deutsche“ sei „pflichtbewußt und leistungsorientiert“. 89,7 Prozent sehen „die Liebe zu Regeln und Ordnung als wichtigen nationalen Charakterzug“, 81,8 Prozent finden sich „in der Liebe zur Heimat und der Pflege des Brauchtums“ wieder und noch immer 46,3 Prozent fühlen sich dem Volk der „Dichter und Denker“ verpflichtet. Demgegenüber mißtraut die Mehrheit den Verheißungen des Multikulturalismus. 50,3 Prozent der Befragten sehen ihre kulturelle Identität durch Zuwanderer gefährdet. Lediglich 38,9 Prozent sind der Meinung, daß man sich in Zukunft mehr um deren Integration kümmern sollte.

Kurzum, die Studie zeigt ein radikales Mißverhältnis auf zwischen Volk und herrschender Politik. 83,6 Prozent der Deutschen wollen sich „nicht länger für ihr Deutsch-Sein schämen“, und 74,6 Prozent „finden es an der Zeit, trotz der Geschichte wieder stolz auf Deutschland sein zu können“. Geboten wird ihnen allerdings die Politik eines kleinen, elitären Überbaus von Feuilletonschreibern und Parteigenossen, die vor allem in einer Sache schamlos sind – in der Behauptung, man fühle sich der Wahrheit und der Demokratie verpflichtet.

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