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„Königs-Kinder“ als politisches Ärgernis

Skandale sind Lothar König nicht fremd. Er ist Betreuer und Leiter der Jungen Gemeinde Stadtmitte (JG) in Jena. Wer dahinter eine brave evangelische Gruppe jugendlicher Kirchgänger vermutet – weit gefehlt. Die JG wird von den meisten Bürgern nur als kommunales Ärgernis wahrgenommen. Unter Pfarrer Königs Obhut soll, so die Vorwürfe, einem minderjährigen Mädchen Alkohol ausgeschenkt worden sein. Aufgrund einer Strafanzeige des Jenaer Oberbürgermeisters, Peter Röhlinger (FDP), wird mittlerweile gegen König ermittelt. Dabei sollen die Vorwürfe, die zur Anzeige führten, von der Mutter des Mädchens stammen. Pfarrer Königs JG ist mittlerweile bundesweit bekannt. Im Jahr 2000 zerlegte seine Gruppe unter den staunenden Augen der Anwohnerschaft im Rahmen einer „Performance“ ein Auto. Mit dieser Aktion, so König, sollte auf die Situation von Straßenkindern in Jena aufmerksam gemacht werden. Auch politisch positionieren sich die „Königs-Kinder“, wie die JG im Volksmund genannt wird, mehr als eindeutig. So traten sie während der Bundestagswahl 2002 als Störer bei einer Wahlkampfveranstaltung des damaligen Hamburger Innensenators Ronald Schill auf. Nur unter „Nazis raus!“-Rufen und dem Lärm der von der JG verteilten Trillerpfeifen konnte Schill seine Rede halten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft treffen sich in der Gemeinde gewaltbereite Jugendliche vornehmlich aus der linken Szene. Bei Razzien wurden Graffiti-Utensilien, Farbbeutel und Haschisch gefunden. Jenaer Studentenverbindungen sehen sich als Opfer mutmaßlich vom Gemeindehaus gelenkter linker Chaoten. Tatsächlich wurden Verbindungshäuser mit Farbbeuteln attackiert. König leugnet die Kontakte nicht: „Unsere Themen sind oft politisch, antifaschistische Gedanken häufig.“ Im Jenaer Stadtfernsehen diffamierte er Burschenschaften als „faschistoid“. König, der mittlerweile für die Grünen im Stadtrat sitzt, erfreut sich dafür außerhalb Jenas großer Beliebtheit. So bekam er im November 2002 den damals erstmals vergebenen Förderpreis der Martin-Niemöller-Stiftung, dotiert mit 5.000 Euro, verliehen – nicht zuletzt wegen seines „Engagements gegen Rechts“. Außerdem wird die JG auch durch die Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert, die in einem weitverzweigten Netzwerk sogenannter „zivilgesellschaftlicher“ Initiativen wirkt (JF 19/04). Das damalige Fördergeld sei unter anderem für die Erstellung der Internetpräsenz der JG bestimmt gewesen, so der Förderbericht der Amadeu-Antonio-Stiftung. Auch in jüngster Vergangenheit machte Königs Truppe nicht nur durch die Alkohol-Geschichte von sich reden. So pflanzten Aktivisten der JG zwei Gingkobäume in die Innenstadt – was freilich verboten ist. Diese Aktion geschah unter dem Motto: „Störung aus Empörung – Wider den Luxus der Gleichgültigkeit“. „Wir sahen keine Chance, aufgrund der bestehenden gesetzlichen Vorschriften und Anordnungen dafür eine Genehmigung zu erhalten. Deshalb ist diese Pflanzaktion eine illegale Maßnahme, ungesetzlich und wider alle Vorschriften. – Das ist uns bekannt, und wir, die JG-Stadtmitte, sind bereit, entsprechende Folgen auf uns zu nehmen“, heißt es hierzu in einer öffentlichen Erklärung der JG. Sehr vorbildlich schien wohl vor allem dem nordrhein-westfälischen Innenministerium Königs Einrichtung. Während einer Fortbildungswoche durften Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen für einige Stunden in die Welt der JG eintauchen. Pfarrer König fand staatstragende Worte: „Wir haben viel voneinander erfahren. Die Polizei ist schließlich ein Instrumentarium der Demokratie, das wir zum Teil sehr zu schätzen wissen, auch wenn das mancher nicht glaubt.“ Ob Stadtrat und Pfarrer König nun über die aktuelle Affäre stürzt, ist unwahrscheinlich. In einem Interview streitet er jede persönliche Verantwortung ab. Kinder kämen oftmals bereits alkoholisiert bei der Jungen Gemeinde an. Wer Probleme mit dem Elternhaus oder der Schule hat, der habe nun mal oft auch ein Alkoholproblem. Daß König aus einer Position der Stärke argumentiert, macht er ebenfalls deutlich: „Laut Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz sind wir als freier und anerkannter Träger der Jugendhilfe von der Kommune zu unterstützen und zu fördern.“

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