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In Deutschland kaum verwurzelt

Ausländer können eine wichtige Bereicherung für Deutschland sein, wenn sie sich in die Gesellschaft integrieren. Zu diesem Schluß kommt jedenfalls eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Sieht man sich die Fakten aber genauer an, kann man zu dem Fazit kommen, daß die meisten Ausländer in Deutschland – im Gegensatz zum offiziellen Ergebnis der Studie – an Integration offensichtlich überhaupt nicht interessiert sind. Eine weitere Kernaussage der von Michael Fertig verfaßten Studie „Die soziale Integration von Immigranten in Deutschland“ ist, daß Aktivitäten und Verhalten der Ausländer zwar sehr stark von denen der hierzulande geborenen Deutschen abweichen, weniger aber von denen etwa aus Rußland zugewanderter Deutscher. Zudem gebe es vor allem bei den als zweite Einwanderergeneration bezeichneten Kindern von nach Deutschland eingewanderten Ausländern sehr viel mehr Pessimismus, Selbstzweifel und Fatalismus als in allen anderen Gruppen. Immerhin macht diese Gruppe mit 1,5 Millionen Personen rund 21 Prozent aller Ende 2002 in Deutschland lebenden 7,3 Millionen Ausländer aus. So ist besonders auffällig, daß sich sowohl die Generation der Einwanderer als auch der hier geborenen Ausländer überwiegend negativ zu der Frage äußerten: „Sind Sie optimistisch, wenn Sie generell an die Zukunft denken?“ Interessant ist auch, daß die deutschstämmigen Auswanderer ihre Zukunftschancen positiver als die hier geborenen Deutschen beurteilen. Ein überraschendes Ergebnis erbrachte auch die Frage, wer die größte Verbundenheit zum jeweiligen Wohnort aufweist: Hier gibt es bei den zugewanderten Deutschen eine weitaus größere Zustimmung als bei den hierzulande geborenen Deutschen, vor allem aber im Vergleich zu Ausländern beider Generationen. Gleichzeitig weisen sie auch die größte Bereitschaft auf, für einen neuen Job oder aus familiären Gründen umzuziehen. Dagegen gibt es vor allem bei den Ersteinwanderern so gut wie gar keine Bindung an ihre neue deutsche Heimat. Deutliche Unterschiede gab es auch bei den Fragen, wie man Erfolg im Leben haben kann. Während die Deutschen das überwiegend mit harter Arbeit und der eigenen Einstellung begründen, sieht das bei den Ausländern ganz anders aus. Hier überwiegen die Antworten, man habe wenig eigene Kontrolle über die Dinge, die im Leben passieren, vielmehr sei dies mehr eine Sache von Glauben und Glück. Auch glauben mehr Ausländer als Deutsche, daß ihr Erfolg von Dritten abhänge. Deutlich mehr Ausländer als Deutsche bejahten auch die Fragen, daß sie Probleme in ihrem Leben haben, an ihren Möglichkeiten zweifeln und im Leben weniger erreichten, als sie verdient hätten. Dieses gilt sowohl für die nach Deutschland eingewanderten Ausländer als auch für ihre hier geborenen Kinder, wobei die hierzulande geborenen Ausländerkinder noch mehr Pessimismus zeigen als ihre Eltern. Auch sind sie mit ihrem Leben insgesamt weniger zufrieden. Sehr auffällig sind die Unterschiede bei der Beantwortung der Frage, was wichtig für Leben und Zufriedenheit sei. Während für die deutsche Bevölkerung Arbeit wichtig ist, wird dieses von Ausländern mehrheitlich verneint. Wenig Unterschiede gibt es dagegen bei der Wichtigkeit der Familie, von Freunden, dem Einkommen und den Wohnverhältnissen. Dagegen spielt die Religion bei den Ausländern eine deutlich wichtigere Rolle als bei den Inländern. Große, für die Integration besonders wichtige Unterschiede gibt es beim Gebrauch der deutschen Sprache. Während deutschstämmige Zuwanderer bemüht sind, Deutsch schnell zu lernen und sich auch zu Hause auf deutsch zu unterhalten, gebrauchen Ausländer die deutsche Sprache vor allem dann, wenn sie müssen, unterhalten sich aber mehrheitlich in ihrer Muttersprache. Das gilt vor allem auch für zu Hause, wo kaum Deutsch gesprochen wird, und auch für die hier geborenen Ausländerkinder, wenngleich hier die Situation besser ist. Etwas größer ist dagegen der Unterschied bei den Kontakten mit Deutschen. Während diese bei den Einwanderern kaum vorhanden sind, sieht dies bei ihren Sprößlingen besser aus, was unter anderem auch daran liegt, daß Ausländerkinder öfter in die Disco, ins Kino oder den Sportverein gehen als ihre Eltern. Die Studie fand auch heraus, daß die Verwurzelung der Ausländer in Deutschland nur schwach ausgeprägt ist. Sowohl die Einwanderer nach Deutschland als auch ihre hier geborenen Kinder beantworteten die Frage, ob sie sich als Deutsche fühlen, mit Nein. Das gleiche gilt für die Frage, ob sie in Deutschland bleiben möchten. Dagegen gab es als Antwort ein klares Ja, als sie gefragt wurden, ob sie sich mit ihrem Heimatland noch immer verbunden fühlen. Der alten Heimat weiterhin verbunden Gerade die letzten Punkte in Verbindung mit der stärkeren Betonung der Religiosität zeigen, daß bei vielen Ausländern die Bereitschaft zur Integration sehr gering ist. Vor allem die Frage der Religion muß dabei aufhorchen lassen, da die Unterschiede zwischen Christentum und Islam sehr ausgeprägt sind. Solange zum Beispiel bei der Frage der Gleichberechtigung von Mann und Frau oder bei der Anerkennung staatlicher Normen die islamische Religion über den hiesigen Werten steht und diese nur in untergeordnetem Maße anerkannt werden, ist eine Integration dieser Ausländer unmöglich – mit all den negativen Konsequenzen für das Zusammenleben der beiden Bevölkerungsgruppen. Daß die Studie nur in englisch vorliegt, wird damit begründet, als Beitrag zur „Discussion Papers“-Reihe solle sie internationalen Fachkreisen zugänglich sein. Liest man sich die Ergebnisse aber konzentriert durch, dann hat man den Eindruck, so wenig Deutsche wie möglich sollen diese Fakten aufgrund ihrer oben dargelegten Brisanz erfahren. Die Studie kann im Internet unter www.rwi-essen.de abgerufen werden.

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