Joachim Kuhs

 

Der ehemalige Bundesminister und CSU-Politiker Carl-Dieter Spranger fordert das Ende der “Fixiertheit auf die Zeit des Nationalsozialismus“ und die Gleichstellung der Opfer des Kommunismus: “Verharmlosung und Verfälschung der SED-Verbrechen“

Der ehemalige Bundesminister Carl-Dieter Spranger hat die offizielle Geschichtspolitik in Deutschland heftig attackiert: “Das Geschichtsbild der Achtundsechziger … mit seiner Fixiertheit auf die Zeit des Nationalsozialismus" habe “mit der Vergangenheit wenig zu tun", so der Politiker im Interview mit der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. Vielmehr präsentiere es eine “einseitige und verfälschende" Darstellung, “mit einem Gemisch aus Selbsthaß, permanenter Selbstzerknirschung, Kollektivschuldbekenntnissen und der Kriminalisierung ganzer Generationen des deutschen Volkes". Statt dessen fordert Spranger von den Deutschen mehr “Vaterlandsliebe, Patriotismus, Nationalbewußtsein, Selbstbewußtsein und Stolz".

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Bewertung der Verbrechen von Kommunismus und Nationalsozialismus spricht der CSU-Mann von “Verharmlosung, Verfälschung und Wahrheitsunterdrückung von SED-Verbrechen" in Deutschland, und klagt die daraus resultierende “geringe Chance auf Gehör, angemessene Würdigung und Anerkennung der Opfer" an.

Carl-Dieter Spranger war von 1991 bis 1998 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bis 2001 war er im Landesvorstand der CSU und bis 2002 Abgeordneter des Deutschen Bundestages.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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