Fritz Schenk, Initiator des Appells „Kritische Solidarität mit Martin Hohmann“, kündigt im JF-Interview weitere Schritte gegen CDU-Führung an: „Wir prüfen rechtliche Schritte gegen das Ausschlußverfahren“

„Wir prüfen derzeit, ob wir nicht auch rechtlich gegen das Ausschlußverfahren vorgehen können“, kündigt Fritz Schenk, Initiator des Appells „Kritische Solidarität mit Martin Hohmann“, im Interview mit der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT den nächsten Schritt gegen die CDU-Führung an. Schenk – bis 1993 Chef vom Dienst der ZDF-Chefredaktion und seit 1999 CDU-Mitglied – zeigt sich „sehr zufrieden“ über den bisherigen Erfolg des am 14. November in überregionalen Zeitungsanzeigen an die Öffentlichkeit getretenen Appells: „Innerhalb von drei Tagen waren es 1.200 Zuschriften, der Strom reißt nicht ab, zudem klebe ich seit Freitag fast ununterbrochen am Telefon.“

Heftige Vorwürfe richtet der Journalist und ehemalige Moderator des „ZDF-Magazin“ gegen die Führungsspitze seiner Partei: „Statt einer demokratischen Diskussion, wie sie in einer demokratischen Partei selbstverständlich sein sollte“, habe sich die CDU-Führung mit dem Ausschluß Hohmanns einer „Knüppelmethode als Drohung gegen die Parteibasis“ bedient. Damit habe sie der CDU eine „schwere Beschädigung“ zugefügt, denn „49 Prozent der CDU-Mitglieder meinen, daß man das, was Hohmann gesagt hat, in unserem Land sagen dürfen muß. Die Union kann sich nicht damit abfinden, daß künftig die Hälfte ihrer Mitglieder im Verdacht steht, latente Antisemiten zu sein.“ Er befürchte, so Schenk, „die Parteiführung hat sich nicht überlegt, was das für die Zukunft bedeutet“.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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