Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Liebe oder Haß

Fernsehen polarisiert. Es gibt Serien, die liebt oder haßt man. Einen Mittelweg gibt es nicht. „Kottan ermittelt“ gehört zu dieser Art von Sendungen. Von 1976 bis 1983 produzierte der ORF 19 Folgen. Adolf Kottan, Kieberer par excellence und daher wohl auch von drei verschiedenen Darstellern gespielt, kämpfte mit dem „agrennten“ Polizeipräsidenten h. c. Heribert Pilch (Kurt Weinzierl), Krokodilen in der Donau und einem in Weiß gekleideten Mann, der in der Wiener Kanalisation lebt. Als Rassist und Misanthrop versuchte Major Kottan die meisten Morde dem nächstbesten „Jugo“ unterzuschieben. Das Milieu, in dem er sich bewegte, bestand aus Frauen in Kittelschürzen, krakeelenden Trunkenbolden und „Kottans Kapelle“, die Oldies nachspielte. Konsequent setzte die Serie auf Running Gags. So fuhr in jeder Folge ein anderer Verkehrsteilnehmer in Kottans offene Autotür. Auch das Fernsehen wurde auf die Schippe genommen. Als Kottan eine alte Folge von „Kottan ermittelt“ sieht, pöbelt er über das schwachsinnige Fernsehprogramm, das inzwischen auch jeden „Scheiß“ ausstrahlt. „Kottan“ ist eine der wenigen Serien, die sich von Folge zu Folge steigern. Seit einigen Wochen gibt es den Kommissar endlich auf DVD (EuroVideo). Also nicht vergessen: Inspektor gibt’s kan!

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