St(r)ippvisite

Die GEZ hat eine neue Kampagne gegen Nichtzahler gestartet. Das neue Plakat zeigt eine Reihe von vier Türspionen, durch die der Betrachter durchschaut. Er sieht Frauen, die geklingelt haben. „Eine dieser freundlichen Damen arbeitet für uns … wir wissen, welche“, heißt es dazu. Ach, so. Wir sollen also besser zahlen, um Bekanntschaft mit den anderen drei schließen zu können. Doch erstens sagt uns unsere Lebenserfahrung, daß es besser ist, auch den anderen drei Frauen nicht aufzumachen, weil sie a) für die Zeugen Jehovas, b) für Vorwerk und c) für einen Zeitschriftenzustellservice arbeiten. Sie wollen alle nur unser Geld. Besser ist es also, viermal nicht aufzumachen. Trotzdem ist diese Form der Bedrohung durch die GEZ neu: Nichtzahler bekommen unangemeldeten Besuch. Wann bekommen den eigentlich Sozialleistungs-Betrüger? Und was würde passieren, wenn das Jobcenter – formerly known as Arbeitsamt – die Visite seiner Kontrolleure derart ankündigen würde? Oder wenn das Ausländeramt so die Illegalen jagte? Der Aufschrei wäre groß, vor allem im Staatsfernsehen.

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