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„Netto“ – Vater und Sohn

Wo ich herkomme, das gibt es nicht mehr.“ So formulierte Uwe Johnson einmal seine Trauer über den Verlust der ostdeutschen Heimat nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik. Dieser Satz könnte geradezu als Motto für eine ganze DDR-Generation herhalten, die im vereinten Deutschland keinen Boden unter die Füße bekam. Davon erzählt „Netto“ (25. Juli, 22.30 Uhr, ZDF), der tragikomische Erstling von Robert Thalheim, unprätentiös, mit Liebe zu den Figuren und viel Humor. Zur Story: Da er sich weigert, mit der hochschwangeren Mutter ins WestBerliner Vorstadtidyll zu ihrem erfolgreichen Freund zu ziehen, sucht Scheidungskind Sebastian Unterschlupf bei seinem Vater Marcel. Vater-Sohn-Geschichte mit umgekehrten Vorzeichen Doch der Hartz-IV-Empfänger hat seine ganz eigenen Probleme. Nachdem Marcel im „Elektrobusiness“ gescheitert ist, hat er sich dem Alkohol, der nostalgischen Liebe zur Country-Musik und dem infantilen Traum vom „Securitygeschäft“ hingegeben. Sebastian jedoch hilft dem Vater auf die Sprünge, gibt ihm mit seiner Anwesenheit und seiner Hilfe ein Stück Lebenskraft zurück. „Netto“, im In- und Ausland mehrmals prämiert, lebt von der tragikomischen Verkehrung der Vater-Sohn-Konstellation. Der Film zeigt exemplarisch den Riß, der durch viele ostdeutsche Familien in der Nachwendezeit geht: Während die Väter oftmals ohne Halt und Orientierung sind, haben die Söhne die neuen gesamtdeutschen Spielregeln längst verinnerlicht. Grandios in der Rolle des Vaters: Milan Peschel, der zu Recht für den Deutschen Filmpreis 2006 nominiert wurde.

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