Superwahljahr

 

RFID

Eine neue Technik, die Fluch und Segen zugleich verspricht, steht in den Startlöchern: Radio Frequency Identification, kurz RFID. Deren Chips können Informationen bis zu sechs Meter weit funken und somit Produkte, Waren oder Personen jederzeit lokalisierbar machen und werden bereits von Konzernen wie Wal-Mart, Metro und auch in der Londoner U-Bahn eingesetzt. Zur Fußball-WM 2006 sollen diese Halbleiter zudem in die Eintrittskarten verpflanzt werden. Da diese nur über das Internet vertrieben werden sollen, ließe sich jedes Ticket jedem Käufer zweifelsfrei zuordnen. Was beispielsweise für jene, die ihr Billet verlieren, die Rettung wäre, würde für andere bedeuten, daß jeder ihrer Schritte im Rahmen der hohen Sicherheitsanforderungen überwacht werden könnte. Andererseits wären die Tickets wiederum fälschungssicherer, und es fiele leichter, "einschlägig" Bekannte im Vorfeld zu sondieren und den Schwarzhandel mit den begehrten Karten quasi komplett auszuschalten. Diese RFID-Tags könnten in Großserie zu Preisen von 10 bis 20 Cent hergestellt werden, weshalb sich auch Banken, Kreditkartengesellschaften und der Handel brennend für diese Technologie interessieren, die zudem die Vision vom "Supermarkt ohne Kassiererin" in greifbare Nähe rückt. Schon jetzt warnen Kritiker vor neuem Gefahrenpotential. So könnten Taschendiebe sich per Empfängergerät die lukrativsten Opfer anhand der Chips in den Portemonnaies herauspicken, anonymes Bezahlen wäre ebenfalls nicht mehr möglich, und der im menschlichen Körper implantierbare Ausweis ist auch längst erprobt, schwarzma(i)lt Euer EROL STERN

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