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Schuldenkrise
 

Murdoch rät Deutschen zum Euro-Austritt

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Rupert Murdoch, der angloamerikanische Medientycoon Foto: Wikipedia/David Shankbone mit CC3-Lizenz

LONDON. Rupert Murdoch hat die Deutschen zum Austritt aus dem Euro aufgefordert. Bei Twitter schrieb der angloamerikanische Medientycoon am Donnerstagabend: „Erster einfacher Schritt, Deutschland verläßt den Euro und kehrt zu starker Mark zurück. Sie werden nicht zustimmen, großes antideutsches Erdbeben in Italien, Spanien etc.“ Die Reaktionen sind unterschiedlich.

Die Netzgemeinde reagierte zurückhaltend auf Murdochs Ratschlag. Englischsprachige Follower des Verlegers waren sowohl zustimmend („ein Schritt in die richtige Richtung“, „Euro funktioniert nicht“), als auch von antideutschen Ressentiments geprägt. So schreibt ein US-Amerikaner aus Ohio: „Die Deutschen kriegen jetzt friedlich das, was sie fast schon einmal mit ihrer industriellen Kriegsmaschine bekommen hätten: die Kontrolle über ganz Europa.“ Dafür meint ein New Yorker, dieses Erdbeben drohe nur, weil der „Wohltäter“ (Deutschland), diesen Ländern „keinen Zucker“ mehr gebe.

In Deutschland wurde der überraschende Vorstoß des als konservativ geltenden Medienunternehmers reserviert aufgenommen. FAZ-Chef Frank Schirrmacher kommentierte die Forderung sarkastisch mit den Worten „Tut er ja auch nix dafür“. Gemeint war der Deutschenhaß in Europa. Murdochs Boulevardzeitung Sun gehört zu den nicht eben deutschfreundlichen Zeitungen auf der Insel. Ein Follower von Schirrmacher aus Berlin antwortete, „der anti-deutsche Haß wird bleiben“, auch im Falle eines Euro-Austritts. (rg)

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