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Starker Tobak zum Wechsel

Seit der neue Präsident sein Amt angetreten und im Weißen Haus eingezogen ist, sieht ganz Amerika schwarz: Was nach einem furchtbar schlechten Witz klingt, ist für den amerikanischen Historiker und selbsternannten Geheimdienstexperten Webster Griffin Tarpley bitterer Ernst. Indes sind seine vorgeblich investigativen – und allzu oft redundanten – Erkenntnisse lediglich das Elaborat aus allgemein zugänglichen Presseveröffentlichungen, dubiosen Internetquellen und vor allem seiner schier unbegrenzten Einbildungskraft. Hinzu kommen zwei Gastbeiträge, die als Füllmaterial dienen. Glücklich dürfte sich der Leser schätzen, wären die ab Seite 1 auftretenden Rechtschreibfehler („Barak“ !) die einzigen Defizite des hanebüchenen Buches. Tarpley demonstriert auf nicht zu überbietende Weise, wie mit disparater Wirklichkeit umzugehen ist. Die dafür menschheitsgeschichtlich erprobte Methode ist denkbar simpel: alles Verschwörung. Darunter hatte er bereits die Anschläge vom 11. September 2001 verbucht („9/11. Synthetic Terror: Made in USA“). Trotz dieser Vorgeschichte wäre es womöglich spannend, vom Autor Hintergründe zum kometenhaften Aufstieg Barack Hussein Obamas zu erfahren, der nahezu als Erlöser und Messias erscheint. Doch die Ankündigung, das „Geheimnis“ Obamas zu enthüllen, entpuppt sich als gigantische Verschwörungstheorie: Der zufolge wurde Obama zu Beginn der Achtziger, als er in New York studierte, von Zbigniew Brzeziński, dem einstigen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Carter, „rekrutiert“, um fortan als „tausendprozentige Marionette“ des Finanzkapitals zu agieren. Heute sei er ein willfähriges Werkzeug im Auftrag der Bilderberg-Gruppe, der Trilateralen Kommission, des Geheimbundes Skulls&Bones und anderer Geheimbünde. Sein Ziel bestehe darin, die Weltherrschaftspläne des berüchtigten Finanzkapital-Kartells abzusichern und Deutschland in einen Dritten Weltkrieg gegen Rußland hineinzuziehen. Nebenbei installiere Obama eine faschistische Massenbewegung und werde zum ethnischen Haß aller gegen alle aufstacheln, zum Haß von Armen gegen Reiche und Alten gegen Junge. Obama verkörpere einen als „Racheengel wiedergeborenen“ Frantz Fanon, der am amerikanischen Volk „Rache nimmt für jahrhundertelangen Rassismus und Kolonialismus – in Form eines postmodernen Finanztotalitarismus“. Dies sei die altbewährte Methode, um die Entstehung einer dagegen gerichteten Einheitsfront im Keim zu ersticken. Webster Griffin Tarpley: Barack Obama, Wie ein US-Präsident gemacht wird. Kopp-Verlag, Rottenburg 2008, gebunden, 221 Seiten, 19,95 Euro

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