Stänkern von der Hinterbank

Nachdem der Historiker und JF-Autor Stefan Scheil wegen mehrerer Falschbehauptungen über ihn in dem Buch "Die Wochenzeitung ‚Junge Freiheit’" eine Unterlassungserklärung erwirkt und der Wiesbadener VS-Verlag für Sozialwissenschaften daraufhin die Auslieferung des Buches der beiden baden-württembergischen SPD-Landtagsabgeordneten Stephan Braun und Ute Vogt gestoppt hat, richtet sich der Blick nun noch einmal auf den Hauptverantwortlichen für diese Denunziationsschrift.

Stephan Braun hat Theologie, Politik und Publizistik studiert und, bevor er in die Politik ging, für die evangelische Kirche gearbeitet. Er entstammt einem evangelischen Pfarrhaus, das früher – zumal in Württemberg – eine exklusive Institution war und heute nur noch für säkularisierten Protestantismus und geschichtsideologisches Bekennertum steht. 1996 kam er 37jährig in den Stuttgarter Landtag. Damals verlor die SPD ihre Regierungsteilhabe und rutschte ins 20-Prozent-Ghetto ab. 2001 erreichte sie mit der neuen Spitzenkandidatin Ute Vogt über dreißig Prozent, um 2006 wieder auf den alten Stand zurückzufallen; es ist unwahrscheinlich, daß sie in den nächsten Jahren die Regierung übernimmt.

Braun wird also weiterhin auf der Oppositionsbank sitzen, wird weiter Anfragen, Anträge, Presseerklärungen produzieren: mal zum Zustand der Straßen ("Mehr bauen, weniger planen – auf Papier fahren keine Autos"), mal zur "kindergeldrechtlichen Gleichstellung von freiwilligen sozialen Diensten in Israel mit solchen innerhalb Europas", um anschließend eine "beschämende Antwort der Landesregierung" zu quittieren.

Als Höhepunkt darf er zum politischen Martini in der Turnhalle von Darmsheim in seinem Wahlkreis eine Stimmungskanone wie SPD-Generalsekretär Hubertus Heil als Stargast begrüßen und sich von der Stuttgarter Zeitung als "Kämpfer für die humane und gerechte Sache" feiern lassen. So wurden einst in der DDR die Nachrufe dritter Klasse betitelt, und tatsächlich hat Braun alle Aussicht, auf dem Heldenfriedhof des Unbekannten Landtagsabgeordneten zu vermodern – und das schon zu Lebzeiten.

Wie also soll er überregional auf sich aufmerksam machen, sich für eine Karriere in Berlin empfehlen, wenn besondere Sachkompetenz nicht vorhanden ist? Er stänkert "gegen Rechts", denn da ist es wie beim Fußball oder beim Wetter: Jeder kann mitreden!

Werden wir in diesem neuen Jahr die christliche Herzensstärke haben, im eifernden Quälgeist Stephan Braun endlich auch den armen Hund zu erkennen?

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