Wunder und Wunschbilder

Pulsar, die im 17. Jahrgang zehnmal jährlich mit einer Auflage von 18.000 Exemplaren erscheinende „Zeitschrift für Aktives Bewußtsein – Gesundheit – Therapie – Innere Entwicklung“, widmet sich vornehmlich medizinisch-naturheilkundlichen, philosophisch-psycholgischen, ökologischen, esoterischen und spirituellen Themenbereichen. Laut eigener Aussage versucht sie dabei ihre Leser „für die Wunder der alltäglichen Erfahrungen zu sensibilisieren“. Da unsere Welt sich in einem Zeitalter des Umbruchs befindet und das Wissen der Menschheit gleichzeitig in rasantem Tempo wächst, möchte man beispielsweise „ganzheitliche Lebensnetzwerke“ organisieren, um „eine klare Orientierung für die heutige Zeit zu haben und zu verstehen, wohin die Entwicklung in Zukunft geht“. Das hört sich zunächst gut an und ist vor allem gewiß auch gut gemeint, stimmt aber leider nur zum Teil. Denn erstens befindet sich die Welt seit jeher im Umbruch, und zweitens wächst zwar bei einer winzigen Elite das Wissen, bei der großen Masse jedoch – dank Fernsehen, Video- und Computerspielen und miserabler Schulbildung – eine umfassende Verblödung in rasantem Tempo. Ob dieser ziemlich grauenhaften Entwicklung mit „monatlichen Wohlfühl-Treffen gefüllt mit Informationen und geselligem Zusammensein“ beizukommen ist, sei einmal dahingestellt. Ein überschaubarer Kreis Gleichgesinnter mag auch davon profitieren, wenn er sich nur dauerhaft einredet, daß „Glück, Liebe, Gesundheit und Erfolg in der Natur des Lebens liegen“. An der nicht ganz so schönen Tatsache, daß die allermeisten Menschen Tag für Tag mit ihrem eigenen Scheitern, ihrer persönlichen Misere und allerlei üblichen Mißlichkeiten konfrontiert werden, ändern derartige Wunschbilder jedoch nur wenig. Allerdings gibt Pulsar auch wirklich nützliche und sinnvolle Ratschläge. So befaßt sich in der jüngsten Ausgabe ein Beitrag mit dem Thema „Baubiologie“ und weist darauf hin, daß ein optimales Bioraumklima kombiniert mit einer natürlichen Lebensweise mancherlei gesundheitlicher Unbill vorbeugen kann. Die weitgehende Ausschaltung von Klimareizen wie Kälte und Hitze durch die neuwertigen Dämmstoffe sorgt zwar in der Regel für niedrigere Heizkosten, hat aber in der Tat nicht nur den Nachteil, daß sich ein idealer Lebensraum für unwillkommene Untermieter wie Milben oder Schimmelpilze etablieren kann, sondern entzieht dem menschlichen Immunsystem auch die notwendige Klimareiztherapie, mit der es sich für jede Jahreszeit entsprechend aufrüsten kann. Ökologisches Bauen setzt daher heute auf so altbewährte Materialien wie Ziegel, Holz und Lehmbaustoffe. Aber auch natürliche Baumaterialien wie Hanf, Flachs und Stroh werden zunehmend stärker akzeptiert als früher, da die bauökologisch einwandfreien vier Wände nicht nur nicht unbedingt teurer sein müssen als die herkömmliche Bauweise – vorausgesetzt, es wurde von Anfang an sinnvoll und konsequent geplant -, sondern auch die Raumqualität ungemein verbessern und zum Wohlbefinden der Bewohner beitragen. Anschrift: Bach Verlag. A-8072 St.Ulrich, Wutschdorf 89. Der Einzelpreis beträgt 4,20 Euro, das Jahresabo kostet 38 Euro. Internet: www.pulsar.at

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