Superwahljahr

 

Schmutzige Geschäfte

Die amerikanische Strategie der indirekten Intervention, die sich nach Überzeugung des Autors, Peter Dale Scott, auf Allianzen mit Kartellen des internationalen Drogenhandels stützt, um in Dritte-Welt-Staaten Einflußspären zu sichern, kann sich entweder aggressiv miltärisch – wie in Vietnam und in den beiden Golf-Kriegen – äußern oder auf subtilere Weise, indem man weltweit Regimes unterstützt, die den Zwecken der großen Ölgesellschaften dienen. Der in Kanada geborene Politologe und Anglist Scott, der in den fünfziger Jahren als kanadischer Diplomat internationale Erfahrungen sammelte und später an der University of California in Berkeley unterrichtete, hat sich schon früh als Friedens- und Konfliktforscher, aber auch als scharfer Kritiker der amerikanischen Außenpolitik einen Namen gemacht. Er kennt nicht nur die Kräfte, die hinter den Kulissen weitreichende politische Entscheidungen treffen, sondern er analysiert kühl und sachlich die „Tiefenpolitik“ mit ihren verschwiegenen Mustern, denen die US-amerikanische Außenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg folgt. Er stellt klar, daß diese Politik auf systematischer Irreführung, Betrug, geheimen Absprachen und Koalitionen mit dem internationalen Drogenhandel und Netzwerken des Terrors beruht. Das mag unglaublich klingen, aber der Autor zögert nicht, stichhaltige Beweise für seine Thesen vorzulegen. So habe die CIA ausländische Terrorgruppen ausgebildet und ausgerüstet, was unter anderem dazu führte, daß die Taliban sich in Afghanistan mit höchst wirkungsvollen amerikanischen Stinger-Boden-Luft-Raketen gegen die US-Armee zur Wehr setzten, die ihnen einst von der CIA geschenkt wurden. Zudem habe Washington billigend in Kauf genommen, daß die pro-amerikanische Nord-Allianz nach ihrem ohnehin nur mit US-Hilfe bewerkstelligten Sieg über die Taliban die Mohnanbaufläche zur Produktion von Opium vervielfachte, während die Taliban im Jahre 2000 ein totales Anbauverbot für Mohn erlassen hatten.

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