Englisch als Amtssprache?

Good bye, FDP! Wieder einmal erbrachte die FDP den Nachweis ihrer Entbehrlichkeit. Nur noch wenige Mandatsträger gehören der Splitterpartei an. Ins Europaparlament hat sie es nur dank der Abschaffung der 5-Prozent-Hürde geschafft. Mit drei Abgeordneten ist sie dort vertreten. Ihr Anführer heißt Alexander Graf Lambsdorff. Trotz der Bedeutungsschwäche seiner Partei hat er es sogar bis zum stellvertretenden Präsidenten des Europäischen Parlamentes geschafft. Auf diesem Posten kämpft er nun gegen die deutsche Sprache und für Englisch als Amtssprache.

Damit setzt er lediglich das Programm seiner Partei um. Forderungen nach einer Besserstellung der deutschen Sprache hatte die FDP 2014 aus ihrem Europawahlprogramm gestrichen. Statt dessen fand sich darin die Absicht, die englische Sprache als „Hauptverkehrssprache“ zu fördern. Die FDP sieht die Förderung des Englischen als „zentralen Baustein jeglicher Bildungspolitik“. Zum Beispiel möchte die FDP an den Hochschulen die Landesprachen als Lehrsprachen weiter zurückdrängen und durch Englisch ersetzen.

Lambsdorff träumt vom massenhaften Zuzug ausländischer Fachkräfte, die kein Deutsch sprechen und es anscheinend auch nicht lernen wollen. Er bemitleidet in der „Welt“ „internationale Fachkräfte“, die schwer darunter litten, daß keiner mit ihnen Englisch sprach, als sie in den Düsseldorfer Stadtwerken anriefen. Lambsdorff schlußfolgert: „Deshalb muß Englisch in Deutschland Verwaltungssprache werden, mittelfristig vielleicht sogar Amtssprache.“ Er lobt das Saarland, das bis 2043 Französisch zur Amtssprache erheben will.

Die deutsche Sprache als Burka?

Lambsdorffs Forderung ist weder etwas Neues, noch auf die FDP beschränkt. So verlangte im Dezember 1999 Michael Fuchs (CDU), damals Präsident (heute Ehrenvorsitzender) des „Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels“: „Deutschland sollte Englisch bis 2010 zur zweiten Amtssprache machen.“ Fuchs ist heute stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der deutschen Gruppe in der Trilateralen Kommission.

Noch weiter geht Chris Pyak in einem kürzlich erschienenen Beitrag für den „European“. Für den Geschäftsführer der „Immigrant Spirit GmbH“ ist Englisch als zweite Amtssprache ein „Zivilisationsprojekt“. Deutsch sei ein Hindernis für die Zivilisation: „Für eine gemeinsame europäische Identität brauchen wir eine gemeinsame Sprache: Englisch. Das Beharren auf Deutsch als einzige Sprache ist unsere ‚Burka‘: Sie schottet uns ab von unseren Mitmenschen.“ Mehr Haß auf deutsche Sprache und Kultur ist wohl kaum möglich.

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