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Wochenschau

Mittwoch, 30. Juli 2014

Die Berliner Zeitung meldet, daß der erfolgreiche Volksentscheid gegen die Bebauung des Tempelhofer Felds den Ausbau des muslimischen Friedhofs verhindert. Gibt es jetzt Widerspruch? Mekka nich rum! Im U-Bahn-Fenster ein Zitat von Mark Twain: „Wahrheit ist etwas so kostbares, daß Politiker nur sehr sparsam damit umgehen.“

Sonnabend, 2. August 2014

Lese in einer Kulturmeldung, daß versehentlich ein Graffiti von Banksy, des „Messias unter den Streetart-Künstlern“, vernichtet wurde. Sehe vor meinem geistigen Auge ein neues Street-Art-Motiv: Statt des – inzwischen ubiquitären – blumenwerfenden Autonomen einen Sprayer mit dem Motto: „Banksy übersprühen!“.

Sonntag, 3. August 2014

Zitatenschatz aus der Zeitungslektüre am Wochenende:

„Das Geheimnis einer guten Party sind Schwule und Drogen.“ (Friedrich Liechtenstein, Welt am Sonntag, 3. August 2014)

„Die Menschen bleiben natürlich dieselben, und manches (…) kommt zurück. Aber nicht der Kommunismus. Nehmen wir Rußland: Wladimir Putin ist kein Kommunist im alten Stil, sondern als KGB-Mann intelligent genug, um zu wissen, daß das kommunistische System versagt hat. Die Sowjetunion ist nicht wegen einer Revolution untergegangen, sondern weil sie bankrott war. Nun hat er ein anderes System aufgezogen – eine gute, alte Diktatur.“ (Karl Fürst zu Schwarzenberg, Süddeutsche Zeitung vom 2./3. August 2014

„Die Nachrufe auf Frank Schirrmacher legen nahe, daß der deutsche Journalismus ein Jahrhundertgenie verloren hat. Ein erneuter Blick in sein aktuelles Buch bestätigt, daß er ein genialer Aufbauscher und Alarmist war, ein versierter Eigenblutdoper, der sich und sein Publikum zu berauschen vermochte mit allem, was ihn gerade affizierte.“ (Denis Scheck, Der Tagesspiegel vom 3. August 2014)

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung druckt eine Philippika des Publizisten Reinhard Mohr unter dem Titel „Linke Heuchler“. Deren Fazit: „Bei jeder Gelegenheit wird der Faschismus an die Wand gemalt. Doch wenn er, ob religiös-islamistisch, unter kommunistischem Emblem oder nationalistisch-reaktionär, einmal wirklich vor der Tür steht, will man ihn nicht wahrnehmen. Dafür kämpft man tapfer weiter gegen Chlorhühnchen, Gen-Kartoffeln und Ampelmännchen.“

Donnerstag, 7. August 2014

In seiner Kolumne „Zukunft dank Katastrophen“ reflektiert der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx den befreienden Moment in der Apokalypse: „In den Ruinengesellschaften gibt es jedenfalls keine Conchita Wurst und keine Patchworkfamilien. Das komplizierte Soziale wird im Ernstfall wieder auf das bewährte Muster Urhorde, Sippe, Familie reduziert.“

Die Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Eva Horn nenne „die klassischen Hollywood-Apokalypsen, von den Klimauntergängen eines Roland Emmerich über „Armageddon“ bis „Terminator“ nur leicht ironisch Familienzusammenführungsprogramme. Wir lieben Anti-Utopien also aus einer heimlichen Sehnsucht nach dem Einfachen, dem Archaischen. Ein weiterer Aspekt: Schuldabwehr. In der Apokalypsefantasie bestrafen wir uns selbst für unsere „zivilisatorischen Sünden“ – nur sind die Ablasszettel heute ökologisch bedruckt.“

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