Peter Hahne – ein Sprachwahrer

Dieser Mann ist ein Glücksfall für die deutsche Sprachkritik. Peter Hahne setzt sich nicht nur mit deutlichen und schnörkellosen Worten für die deutsche Sprache ein; er erreicht damit auch eine breite Öffentlichkeit: sei es als ZDF-Moderator, Bild-Kolumnist oder erfolgreicher Buchautor. Dabei äußert er nicht einfach nur sein Unbehagen gegen eine als unangenehm empfundene Sprachentwicklung, sondern unterstreicht auch den Wert der Sprache für den Zusammenhalt des Volkes.

„Wenn Sprache nicht mehr verbindlich ist, verbindet uns nichts mehr.“

So sieht Hahne die Sprache als einendes Band eines Volkes, das eine Schicksalsgemeinschaft ist, nicht etwa eine unverbindliche Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dies spiegelt sich zum Beispiel in seiner Kritik an der Rechtschreibreform wider.

In seiner Kolumne „Gedanken am Sonntag“ in der Bild am Sonntag schrieb Hahne einmal: „Sprache und Schreibe gehören zu den wenigen Gemeinsamkeiten, die ein Volk einen. Diese Gemeinsamkeit hat man uns ohne Not genommen, indem nun Alte und Junge, Dichter und Schüler nach unterschiedlichen Regeln und Gewohnheiten schreiben, und jeder schließlich macht, was er will. Wenn Sprache nicht mehr verbindlich ist, verbindet uns auch nichts mehr.“

Bat ihn Käßmann um ein „endorsement“?

Kein Wunder, daß sich der evangelische Diplomtheologe Hahne auch gegen die „Bibel in [scheinbar!] gerechter Sprache“ wendet. Während Margot Käßmann dieses Machwerk als „ungeheuer spannendes Projekt“ bezeichnete, wetterte Hahne: „Wo Bibel draufsteht, muß Urtext drin sein, alles andere ist durchschaubarer Etikettenschwindel.“ War vielleicht sogar Käßmann jene – laut Hahne – „recht bekannte deutsche (!) Autorin“, die ihn vor kurzem um ein „endorsement“ (Empfehlung) für ihr neues Buch bat? Er antwortete jedenfalls darauf: „Ich weiß nicht, was das ist und habe auch keine Zeit.“

Berlin, die Hauptstadt von Dengland

Denn Hahne schreibt und spricht immer wieder gegen die Sprachvermischung an und empört sich: „Mir geht dieses ewige Denglisch auf den Wecker!“ Fassungslos berichtet er von einer Spreefahrt mitten durch Berlin, auf welcher der Kapitän den Gästen drei bedeutende kulturelle Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt vorstellt: die „Eastside Gallery“, den „Molecule Man“ und die „O2-World“.

„Schutz gegen Zwangsverblödung“

Hahne verharrt jedoch nicht bei der Bemängelung von Sprachkrämpfen, sondern fordert sprachpolitisches Handeln als „Schutz gegen Zwangsverblödung“: „Offenbar muß das Vaterland die Muttersprache per Grundgesetz schützen, da alle Appelle und Versprechungen nicht helfen.“ Wer Peter Hahnes Einsatz für die deutsche Sprache würdigen möchte, kann den Deutschverfechter zum „Sprachwahrer des Jahres“ wählen. Doch Eile ist geboten: Die Abstimmung endet bereits am 31. Januar.

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