Kommentar zum Dresdner Asylcamp

Frechheit darf nicht belohnt werden

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Was sich in Berlin, Hamburg oder anderswo zu einer endlosen Geschichte entwickelt hätte, ist in Dresden nach zwei Tagen vorbei. Das Asylcamp hat seine Zelte vor der Semperoper wieder abbauen müssen. Die Stadt hat unmißverständlich klargemacht, daß sie ein solches Lager nicht duldet und die Ordnung mittels der Polizei wieder hergestellt. So einfach kann Politik manchmal sein.

Was sich bei der Erziehung renitenter Kleinkinder bewährt, erweist sich auch im Umgang mit respektlosen Asylbewerbern und deren linken Unterstützern als probates Mittel. Regeln sind nicht nur zum Spaß da, und wer nicht auf deren Einhaltung besteht, macht sich unglaubwürdig und verliert seine Autorität. Genausowenig, wie Eltern mit ihrem Nachwuchs darüber diskutieren sollten, wann dieser ins Bett zu gehen hat, sollte sich die Politik von Asylbewerbern eine Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen aufzwingen lassen.

Forderungen sind unangemessen

Wer wirklich verfolgt wird und um sein Leben fürchtet, der stellt keine Forderungen an denjenigen, der ihm hilft. Im Gegenteil, er ist vor allem eins: dankbar. Wer aber nicht verfolgt wird und eigentlich gar nicht hier sein darf, der hat auch keine Forderungen zu stellen oder moralische Belehrungen zu erteilen.

Und wer sich dermaßen frech gebärdet, schadet denen, die aus echter Not kommen. Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist nicht grenzenlos und Aktionen wie das Dresdner Asylcamp sind nicht dazu geeignet, die Akzeptanz von Flüchtlingen zu erhöhen.

Kleinkinder können die Folgen ihres Handelns oftmals nicht überblicken. Das gilt offenbar auch für die Asylbewerber von der Semperoper und deren linke Förderer. Nur: Kinder wissen es meistens einfach nicht besser. Wer dagegen Dreistigkeit zum Lebensmotto kürt, darf sich nicht wundern, wenn er auf Ablehnung stößt.

Räumung des Asylcamps vor der Semperoper in Dresden Foto: picture alliance/dpa

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