Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Der Ritterschlag

Es ist eine der höchsten Auszeichnungen, die die römische Kirche an Laien zu vergeben hat: der Gregorius-Orden. Erhalten hat ihn jüngst der Lebensschützer und JF-Autor Bernward Büchner. Verliehen von Papst Benedikt XVI., überreicht vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Vergeben wird das 1831 gestiftete Ehrenzeichen eines geistlichen Ritterordens „für die Verteidigung der katholischen Religion“  an Bernward Büchner allerdings nicht aus theologischen, sondern ethischen Gründen. Der 1937 in Freiburg geborene ehemalige Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Karlsruhe und Freiburg hat kein leichtes Leben. Als erster Vorstand der Juristen-Vereinigung Lebensrecht ( www.juristen-vereinigung-lebensrecht.de ) und stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Lebensrecht gehört Bernward Büchner zu den führenden Lebensschützern in Deutschland. Diese haben es hierzulande schwer. Nicht nur, daß sie Beschimpfungen und Pöbeleien, mitunter massive Sachbeschädigungen erdulden müssen (die JF berichtete wiederholt), mitunter verbauen sie sich mit ihrem politisch unkorrekten Engagement die Karriere – oft genug werden sie sogar von Vertretern der Kirche angefeindet. Rückblick: Im Jahr 2000 gab es heftige Kontroversen zwischen dem deutschen Episkopat, das in der Schwangerschaftskonfliktberatung mehrheitlich am bestehenden System mit Vergabe des Beratungsscheins festhalten wollte, und engagierten Lebensrechtlern, unter denen sich auch die JVL profilierte. Auch Büchner hatte sich damals bei einigen deutschen Bischöfen sehr unbeliebt gemacht. Das Verhältnis zwischen Zollitschs Vorgänger Karl Lehmann und der Lebensrechtsbewegung war meist spannungsgeladen. Bemerkenswert also, daß Zollitsch es bei der Verleihung nicht versäumte, Büchners „Beharrlichkeit und Entschiedenheit“ hervorzuheben. Büchner seinerseits wies – gerade mit Blick auf seine kirchlichen Kritiker – in seiner Dankesrede darauf hin, daß Christ und Lebensschützer zu sein, untrennbar zusammengehört. Dies habe schon Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Evangelium vitae“ von 1995 deutlich herausgestellt. Benedikt XVI. fühlt sich dem offenbar verpflichtet. Seine Entscheidung für Büchner ist zweifellos nicht nur eine Geste persönlicher Anerkennung, sondern auch als politisches Zeichen zu werten, allen Christen Mut zu machen, für den Schutz jedes menschlichen Lebens von der Zeugung bis zu seinem natürlichen Ende einzutreten. Übrigens ist Bernward Büchner nicht der erste Autor dieser Zeitung, den der Papst mit dem Gregorius-Orden ausgezeichnet hat. Zuvor erhielt das achtzackige, goldene, rot emaillierte Kreuz mit dem Bild Gregors des Großen (590 bis 604) auf der Vorderseite am roten, gelb geränderten Band der CSU-Bundestagsabgeordnete und JF-Kolumnist Norbert Geis – ebenso wie Büchner für sein unermüdliches Eintreten für das Lebensrecht.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles