Was heißt heute bürgerlich?

Das „Bürgerliche“ unterliegt einem Wandlungsprozeß. Warum kam es zu einem Wandel? Wie ist dieser zu bewerten, und welche Auswirkungen hat das auf das politische Spektrum? Diesen Fragen will die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Bremen auf den Grund gehen und lädt deshalb am 3. Februar zu einer „Abendveranstaltung“ in ihre Räumlichkeiten ein. Dort wird Winfried Kretschmann in der Veranstaltungsreihe „Was heißt heute …?“ dem Auditorium den Begriff „Bürgerlichkeit“ erklären. Das alles wäre wenig spektakulär, wenn Kretschmann nicht Vorsitzender der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im baden-württembergischen Landtag wäre. Aufmerksam wurde man bei der KAS auf den Grünen-Politiker 2008 durch ein Interview in der Stuttgarter Zeitung, in dem Kretschmann nur den Grünen und der CDU Zukunftsfähigkeit bescheinigte. Der laut Eigenaussage in „linksradikalen K-Gruppen sozialisierte“ Alt-68er trägt heute dunkle Anzüge und ist, wie er sagt, „in der Mitte angekommen“. Die JF am Telefon, ist alle Gelassenheit bei der KAS verflogen. Was Nachfragen denn sollten? Das Ganze sei doch „ganz normal“. Außerdem wolle man keinesfalls zitiert werden. Der Leiter des verantwortlichen KAS-Bildungswerks Bremen, Ralf Altenhof, droht andernfalls sogar „Konsequenzen“ an. Da die JF zu rechts sei, wolle man mit ihr „nichts zu tun haben“. Vielleicht hat Altenhof auch Angst, sich bei der KAS-Vortragsreihe im Januar einer eventuellen Selbstkritik aussetzen zu müssen. Die heißt nämlich ganz kämpferisch „Nie wieder! Welche Gefahren gehen heute vom politischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus aus?“

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