Sprachlos in die Heizperiode

In Deutschland bekommt das Sprichwort vom Propheten und dem Berg zumindest bei Fragen der Integration eine neue Sinndeutung: Denn wenn hier der Prophet nicht zum Berg kommt, muß sich offensichtlich der Berg bewegen: „Bislang gibt es nur wenige türkischsprachige Informationsmaterialien. Die wenigen sind oft nicht zielgruppengerecht konzipiert“, beklagt Gülcan Nitsch, Leiterin der Türkischen Heizspiegelkampagne, die seit dem 1. September unter den 2,8 Millionen in Deutschland lebenden Türken fürs Energiesparen werben möchte.

Laut einer Studie bestünden nämlich gerade bei türkischstämmigen Einwohnern große Informationsdefizite bei Umweltthemen. „Eine der Hauptbarrieren ist die Sprache“, weiß auch die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „CO2online mbH“, die mit Fördermitteln des Bundesumweltministeriums bis Ende 2010 die ganze Kampagne organisiert und 20.000 Exemplare des Heizspiegels mit dem türkischen Titel „Isitma Kilavuzu“ verteilen läßt. Man habe bewußt mit Muttersprachlern zusammengearbeitet, um „türkischsprachigen Menschen den Zugang“ zu erleichtern, den Energieverbrauch der eigenen Wohnung zu überwachen. Besonderer Service: Für Mieter „vereinfacht ein zusätzliches Schreiben für den Vermieter in deutscher Sprache den Dialog“, prahlt „CO2online“. Außerdem will man im Gebäude des Türkischen Generalkonsulats in Berlin Beratungszeiten anbieten. Unterstützt werden die Berater von der Türkischen Gemeinde in Deutschland und der Tagenzeitung Hürriyet. Integration in eine zweisprachige Gesellschaft dürfte dort nicht ungern gesehen werden – der Berg eilt dem Prophet entgegen.

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