Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Genossen mit Argusaugen

Es gibt wirklich vieles, mit dem sich die regierende SPD in Bremen derzeit beschäftigen muß: Da ist zum Beispiel der „Masterplan“ für die Industrie der Hansestadt. Oder die Förderung der Windenergie in Bremerhaven. Und als wäre dies alles nicht schon genug, muß sich die SPD auch noch um die Kontrolle des Literaturbestandes der Parlamentsbibliothek kümmern. Denn dort darf nur aufgenommen werden, was den Genossen auch genehm ist. Um so größer war deren Überraschung, als eine Broschüre der JUNGEN FREIHEIT in den Beständen der Bremer Bürgerschaftsbibliothek auftauchte, die sich auch noch mit der Zusammenarbeit von Sozialdemokraten und Linksextremisten auseinandersetzt. In einem Brief an seinen Parteifreund, den Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber protestierte Fraktionschef Carsten Sieling gegen diese „Schmähschrift“. Mit „Erstaunen und einiger Verärgerung“ habe er deren Anschaffung feststellen müssen. Und das, obwohl die JF doch als „publizistisches Flaggschiff“ und „Sprachrohr der neuen Rechten“ bekannt sei. Für so etwas dürfe in der Bibliothek nun wirklich kein Platz sein.  Die Reaktion folgte prompt: Offenbar auf Anweisung der kommissarischen Direktorin der Landtagsverwaltung, Marlis Grotheer-Hüneke, die in den achtziger Jahren selbst für die SPD in der Bremer Bürgerschaft gesessen hatte, wurde die Broschüre umgehend aus der Bibliothek entfernt. Der Sprecher der Bürgerschaft, Horst Monsees, beeilte sich zudem, die Unachtsamkeit zu bedauern. Es habe sich lediglich um einen Einzelfall gehandelt, beteuerte er gegenüber dem  Bremer Weser-Kurier.

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