Wieder davongekommen

Das Gespenst des Kommunismus schwebt weiter über Europa. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat zwar eine Resolution über die Verbrechen totalitärer kommunistischer Regime verabschiedet, doch scheiterte die Empfehlung an die 46 Mitgliedsstaaten, zur Aufarbeitung eine internationale Konferenz einzuberufen und ein „Museum des Gedächtnisses“ einzurichten. Die europaweite Kampagne von Kommunisten aller Schattierungen hat einen Teilerfolg verbucht. Dabei wurden alte Lügen über die Meriten der Kommunisten im Kampf gegen die Nationalsozialisten aufgetischt. Der Hitler-Stalin-Pakt wurde ignoriert wie der Archipel Gulag, die Hekatomben Pol Pots oder die Millionen Opfer von Maos Kulturrevolution. Die Kommunisten versuchen nach dem Zusammenbruch des „sozialistischen Weltsystems“ den Mythos von der moralischen Reinheit der Lehre zu retten und bedienen sich dabei der „Antifa“. Unterstützt werden ihre Bemühungen durch Wladimir Putins Überzeugung, der Zusammenbruch der Sowjetunion sei die größte Tragödie des 20. Jahrhunderts gewesen, und die Weigerung, die Schergen von ehedem für ihre Verbrechen vor Gericht zu stellen. Dabei verjähren die millionenfachen Morde im Namen der KP-Ideologie ebensowenig wie die NS-Verbrechen. Nachgewiesen ist, daß die Zahl der Opfer des Kommunismus trotz aller gegenwärtigen Geschichtsklitterung das Mehrfache der Opfer der Nationalsozialisten beträgt. Doch Heiligkeit und Wert des Menschenlebens läßt sich nicht mit vergleichenden Zahlen messen.

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