Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Warnhinweise auf Alkoholika?

Alkohol kann den Körper schädigen; schwangere Frauen sollten keinen Alkohol trinken, Alkohol schädigt das ungeborene Leben; Alkohol darf nicht von Kindern getrunken werden, weil er den kindlichen und jugendlichen Organismus angreift; Alkohol kann zur Abhängigkeit führen. Übermäßig getrunkener Alkohol kostet die deutsche Volkswirtschaft jedes Jahr mehr als 20 Milliarden Euro. Jeder Bundesbürger trank 10,1 Liter reinen Alkohols im Jahre 2004 – eingerechnet sind Säuglinge und Greise, und auch die 3,2 Millionen Menschen, die durch den Alkohol abhängig wurden und nun überhaupt keinen Alkohol mehr trinken. So weit, so schlecht. Aber das sind nur einige, belegbare Tatsachen zum Thema Alkohol, die immer wieder in die Öffentlichkeit getragen werden müssen, damit nicht noch mehr Menschen abhängig werden. Wo könnten solche Fakten besser mitgeteilt werden als direkt auf den Etiketten? Das läßt sich doppelt begründen: Auf der einen Seite endet die Verantwortung der Hersteller nicht am Werkstor. Genau wie sie jede Sorgfalt in die Herstellung ihrer Produkte stecken, sind sie dafür verantwortlich, daß der Konsument weiß, welche Risiken sie oder er mit dem Konsum eingeht. Auf der anderen Seite geht es auch um die Frage des Bewußtseins – sich immer wieder die Frage stellen: Warum trinke ich ein gefährliches Produkt? Habe ich nicht schon genug getrunken? Ist mein Konsum risikolos? Sollte ich meinen Konsum überprüfen? Sicherlich wird diese Maßnahme den Alkoholkonsum nicht massiv reduzieren. Warnhinweise sind aber ein weiterer, konsequenter Schritt auf dem Weg, ein Bewußtsein dafür zu schaffen, daß alkoholische Getränke keine Lebensmittel, sondern gefährliche Produkte sind. Preiserhöhungen, Werbeverbote und Warnhinweise – alles gemeinsam wird helfen, den Konsum weiter zu reduzieren. Rolf Hüllinghorst ist Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (Internet: www.dhs.de ). Die deutschen Brauer sprechen sich deutlich gegen Warnhinweise auf Bierflaschen aus. Bier stellt für viele Menschen Teil der Lebensqualität und Lebensfreude dar. Die überwiegende Mehrheit dieser Menschen genießt Bier verantwortungsvoll. Sie würden durch Warnhinweise unnötig verunsichert, während diejenigen, die mit einigen Produkten – seien dies bestimmte Lebensmittel oder eben alkoholhaltige Getränke – nicht umgehen können, diese Warnungen gar nicht wahrnehmen würden. Das haben die Erfahrungen mit Warnhinweisen auf Tabakwaren gezeigt. Ein maßvoller Bierkonsum kann zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringen: So kann der regelmäßige, mäßige Bierkonsum gegen Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiken schützen, Bier liefert Mineralstoffe und Vitamine und kann das Risiko, an Parkinson zu erkranken, verringern. Warnhinweise auf Bierflaschen würden diese und andere positive Wirkungen des maßvollen Biergenusses nicht berücksichtigen. Die deutschen Brauer bekennen sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Alkohol. Dieser Verantwortung tragen sie durch freiwillige Selbstverpflichtungen bei der Werbung Rechnung. Sie befürworten und fördern zudem die Konsumenten-Aufklärung, engagieren sich in Projekten zur Förderung der „Punktnüchternheit“ ( www.dont-drink-and-drive.de ) und in regionalen Aktionsbündnissen. Wir setzen auf Aufklärung statt auf staatliche Bevormundung: Es muß dem mündigen Verbraucher erlaubt sein, sich bewußt und in Kenntnis aller Vorteile und Risiken für den Genuß eines Bieres ohne erhobenen Zeigefinger der Verbraucherschützer zu entscheiden: Die Deklaration der Inhaltsstoffe auf den Etiketten und die Angabe des Alkoholgehaltes ermöglichen eine klare Einschätzung des Produktes – und eine bewußte Entscheidung für oder gegen den Biergenuß. Ganz ohne Warnhinweise. Birte Kleppien ist Pressesprecherin des Deutschen Brauer-Bundes e.V. (Internet: www.brauer-bund.de ; www.deutsches-bier.net ).

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