Moralischer Vandalismus

Im Ausland ist man schon seit langem über den barbarischen Vandalismus, die Schändung und Zerstörung von Grab- und Gedenkmalen für die Soldaten zweier Weltkriege, entsetzt – über den auf deutschen Friedhöfen genauso wie über den in den hiesigen Medien oder in der ideologisierten Geschichtsschreibung. Dazu seinerzeit de Gaulle über die Deutschen: „Den Charakter eines Volkes erkennt man auch daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht.“ Seinen bitteren Kommentar über das Nachkriegsdeutschland würde de Gaulle heute noch schärfer, verächtlicher formulieren. Die Worte „Volk“ und „Charakter“ würden wohl gänzlich fehlen angesichts des linken Medienjubels über Diffamierungskampagnen. Zusammen mit dem pathologischen nationalen Selbsthaß des Antifa-Faschismus hat er den ideologischen Boden bereitet für die Zerstörung der Erinnerungs- und Gedenkkultur in Familien und Gemeinden, für die Auslöschung bzw. Deformation des historischen Gedächtnisses unserer Nation. Nach totalitärer Blockwart-Manier wird vorgeschrieben, wessen gedacht werden soll – vor allem aber, wessen nicht. Daß diese Orwellsche Gehirnwäsche – hin zum historischen Analphabetentum – von sogenannten bürgerlichen Parteien noch unterstützt wird, das ist ein weiterer Meilenstein des deutschen Sonderweges zum Verlust von Menschenwürde und Selbstachtung. Ein Hoffnungszeichen könnte hier der designierte Bundespräsident Horst Köhler gegeben haben, als er in seiner Rede über die Verbindung von Patriotismus und Internationalität sagte: „Nur wer sich selbst achtet, achtet auch andere.“

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