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Linke Lebenslüge

Als eine Art „Stimme des Herrn“ werden hierzulande OECD-Studien wahrgenommen. Das gilt auch für die jüngst veröffentlichten Ergebnisse des sogenannten „Baby-Pisa“ (eigentlich: Starting Strong II), das der Bundesrepublik nur teilweise eine sehr gute Note bezüglich des vorschulischen Betreuungsangebots sowie der Hortplätze für Grundschulkinder bescheinigte. „Teilweise“ ist dabei streng räumlich zu verstehen: Während im Osten für ein Drittel bis die Hälfte der Kinder unter drei Jahren ein Krippenplatz zur Verfügung steht, sind es im Westen weniger als drei Prozent. Ähnlich steht es um die Hortplätze, auch hier ist in den neuen Bundesländern der Bedarf weitgehend gedeckt, während Horte im Westen als Rarität gelten. Die Bundesregierung strebt nun an, die Krippenversorgung bis 2010 auf bundesweit 33 Prozent auszubauen. Allein in Westdeutschland soll die Summe der heute verfügbaren Krippenplätze von 60.000 um 230.000 erhöht werden. Diese enorme Anstrengung soll durch zwei Auswirkungen belohnt werden: Zum einen durch erhöhte bildungsmäßige Chancengleichheit, zum anderen durch eine erhöhte Geburtenrate – wobei der Terminus der quantitativen Bevölkerungspolitik weiterhin wohlweislich ausgespart bleibt. Daß gerade der zahlenmäßig ansteigende Migrantennachwuchs durch Ganztagsbetreuung sowohl von der Straße als auch vom muttersprachlichen Elternhaus ferngehalten werden soll, ist mehr als nur eine Nebenwirkung. Forderungen nach einer Erweiterung von Fremdbetreuungsmöglichkeiten ab dem frühesten Kindesalter sind längst zu einem Selbstläufer geworden, den von der Mama am Sandkasten bis zum prominenten Talkgast bald jeder als Dauerklage im Mund führt. Dabei ist dringend geboten, die Legende vom Kita-Ausbau als Allheilmittel zu überdenken. Die horrenden Kosten solcher Pläne sind dabei nur das eine. Bereits heute wendet Deutschland mit drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes eine im europäischen Vergleich sehr hohe Summe für Familienförderung auf. Die GEW fordert eine weitere Erhöhung allein für den „Krabbelbereich“ von 0,5 auf ein Prozent. Mit 12.000 Euro Betriebskosten pro Jahr und Kind rechnet die Jugendministerkonferenz, eine Summe, die bei weitem zu niedrig angesetzt sein dürfte. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro will die Bundesregierung trotz knappster Kassen jährlich ab 2004 für die Ausweitung des Betreuungsangebots zur Verfügung stellen; finanziert werden soll dies hauptsächlich durch die Arbeitsmarktreform. Das andere, und hier liegt der Knackpunkt, sind Fakten zu Fertilität und Bildung, die seit langem veröffentlicht sind. Bei der Pisa-Studie schnitten die krippen- und hortarmen Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg vergleichsweise hervorragend ab, und für die Geburtenraten gilt ähnliches: Auch hier lag das „Krippenland“ Brandenburg weit abgeschlagen, während Baden-Württemberg als einziges Bundesland mit einem Geburtenüberschuß aufwarten kann – der attestierten miesen „Betreuungslage“ zum Trotz. Dem Ganzen zugrunde liegt ein ideologischer Irrweg, eine linke Lebenslüge, die einst einen tragenden Pfeiler marxistischer Ideologie ausmachte und der mittlerweile auch die Oppositionsparteien längst aufgesessen ist: die vollendete Emanzipation der Frau durch Ermöglichung der Lohnarbeit und Einbindung in den Produktionsprozeß sowie die Auflösung als überkommen empfundener Familienstrukturen und deren Herabwürdigung zu reinen Logierstätten. Ob diese Aussicht geeignet ist, den Wunsch nach Kindern zu stärken? Ebenso fraglich ist, inwieweit ein quantitatives Plus an staatlicher Kindesversorgung zu einer tatsächlichen Bildungsoffensive beitragen könnte. Ein Mehr an männlichen und ausländischen Betreuern fordert die Regierung zudem – effektiver oder „ganzheitlicher“ dürfte die Betreuung dadurch kaum werden. Natürlich darf man hierbei den Teufel nicht an die Wand malen: Die Idee einer frühzeitigen Überantwortung des Nachwuchses an ein Kollektiv ist keine Kopfgeburt der Moderne (auch wenn die Bundesregierung weit davon entfernt ist, spartanische Zustände zu favorisieren), und die DDR-Krippen, wo Kinder zum Teil sogar in den unsäglichen Wochenheimen aufwuchsen, wo sie Montagmorgen gebracht, Freitagabend von der Mutter abgeholt wurden, haben mitnichten Legionen von psychopathischen Asozialen hervorgebracht. Auch muß betont werden, daß die im Westen gängige Vollmutterschaft, die ganztägige und ausschließliche Betreuung der Kinder – meist: des einen Kindes – auf kein historisches Vorbild zurückgreifen kann. Erziehungsaufgaben wurden innerhalb der Großfamilie mit vielfältigen Bezugspunkten wahrgenommen, die ökonomische Lebenssicherung wurde familiär erwirtschaftet. Dabei überwog der Nutzen von Kindern letztlich die mit der Kinderaufziehung verbundenen Opfer. Das hat sich gründlich geändert: Kinder kosten Zeit und vermindern die Konsumkraft. Beidem mag ein Ausbau von Krippen und Horten abhelfen. Wünschenswert ist das nicht – weder für die Gesamtgesellschaft noch für deren jüngste Teilhaber. Kinderwunsch und Bildung wachsen nicht durch funktionale Regelung.

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