Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Grüner Vasall

Joseph Fischer ließ bei seiner Washington-Visite seinen US-Kollegen Colin Powell unterwürfig wissen, Deutschland wolle zwar nicht unbedingt Soldaten in den Irak schicken, biete aber den USA humanitäre und wirtschaftliche Hilfe beim Wiederaufbau an. Begründet wurde dieser Kotau vor der „einzigen Weltmacht“ mit der üblichen Phrase, daß Europäer und Amerikaner angeblich ein „gemeinsames Interesse“ an der Stabilisierung der Region hätten. Powells Einlassung, er habe an die Deutschen keinerlei spezifische Anforderung für einen Beitrag gestellt, zeigt schlaglichtartig auf, daß Fischer die Rolle des US-Vasallen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen ist. Er kann gar nicht anders, als den Amerikanern auf der Kriechspur zu begegnen. So weltfremd kann wohl nur einer handeln, für den deutsche Interessen schlicht inexistent sind. Einer wie Fischer bewegt sich statt dessen, ganz eloquenter Weltbürger, im kosmopolitischen Nirwana. Daß dort völlige Orientierungslosigkeit herrscht, zeigt eine Besinnung auf die Zusammenhänge, in denen Fischers Angebot an Powell gesehen werden muß. Da bricht die USA mit – um es vorsichtig zu sagen – fadenscheinigen Argumenten einen Angriffskrieg vom Zaun, den die Bundesregierung zu Recht ablehnt. Nachdem dieser Krieg mit der Besetzung des Iraks in einen Guerillakrieg mutiert und den USA die Probleme aus dem Ruder laufen, entblödet sich der amtierende Außenminister Deutschlands nicht, dem Aggressor USA auch noch humanitäre und finanzielle Hilfe anzubieten. Hat ein Politiker wie Fischer eigentlich noch so etwas wie Selbstachtung?

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