Affen, Bären und Elefanten aus dem Circus verbannen?

Wir begrüßen es sehr, daß Hessen die lange vorbereitete Bundesratsinitiative endlich beschlossen hat, zumindest Affen, Elefanten und Bären im Zirkus zu verbieten. Aus unserer Sicht muß die Liste der Tiere erweitert werden. Für das Halten von Tieren gilt im Zirkus genauso wie für andere Bereiche der Tierhaltung, daß ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden muß. So verlangt es auch unser Tierschutzgesetz. Man muß kein ausgewiesener Tierfreund sein, um zu erkennen, daß diese Anforderungen von einem reisenden Zirkus insbesondere für große Wildtiere praktisch nicht erfüllt werden können. Noch mehr als unsere domestizierten Haustiere leiden Wildtiere an der Enge der oft kargen Haltungssysteme und am häufigen Transport. Es ist nicht verwunderlich, daß viele Zirkustiere erhebliche Verhaltensstörungen aufweisen. Zudem werden hochsozial entwickelte Tiere wie Affen oder Elefanten – Kettenhaltung bei Elefanten ist üblich – oft einzeln gehalten. Das ist wie lebenslange Isolationshaft. Der Erfolg eines Zirkusses ist nicht vom Auftritt der einen oder anderen Tierart abhängig, sondern immer von der Leitung. Renommierte Unternehmen verbuchen auch ohne Tierdressuren – oder gerade deshalb? – ausgesprochene Erfolge auf Weltklasseniveau. Wir sehen die Initiative Hessens als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Das zeigen auch die Reaktionen der Bevölkerung. Wie es aussieht, wird die Initiative sehr bald von den meisten übrigen Bundesländern unterstützt werden. Entsprechende Regelungen werden im übrigen auch in anderen Ländern der EU diskutiert. Dr. Christiane Gothe ist Vorstandsbeauftragte des Bundesverbandes Tierschutz e.V. Circus Krone gibt es nun seit fast hundert Jahren. Er ist so etwas wie eine moderne Arche Noah. Und das Wertvollste an Bord sind die Krone-Tiere. Alle Krone-Tiere haben die denkbar beste Pflege, ausgesucht gutes Futter, geräumige Außen- und Freigehege, optimale medizinische Betreuung und vor allem ständige Ansprache von Tierlehrern und Tierpflegern. Dies bestätigen auch die Amtstierärzte vor Ort und an unserem Stammsitz München. Insbesondere den Wappentieren des Hauses Krone, den Elefanten, gehört unsere ganze Fürsorge. Sie besitzen nicht nur großzügige Außenpaddocks, sondern einen quer durch den Raum verlaufenden Innenpaddock in ihrem gemeinsamen Stallzelt. Regelmäßige Pediküre, tägliche Dusche, Heizung bei Nacht und ständige Blut- und Harnuntersuchungen runden die „Generalvorsorge“ ab. Wußten Sie, daß unsere Elefantengirls über einen regelmäßigen Zyklus verfügen? Die Reise von Stadt zu Stadt findet in speziell konstruierten Transportern statt. Alle gezeigten Dressuren basieren auf natürlichen Verhaltensweisen und Bewegungsabläufen der Tiere. Dabei wird der natürliche Spieltrieb und das enge Vertrauensverhältnis zwischen Elefant und Tierlehrer ausgenützt. Mit „Zwang“ erreicht man bei diesen verspielten und intelligenten Tieren überhaupt nichts. Bei Krone werden übrigens nur Tiere erworben, die nicht in freier Natur geboren sind. Alle hier aufgewachsenen Rüsselartisten sind von klein auf an Menschen gewöhnt und durch „Habitat-Prägung“ mit einer speziellen Haltung und Pflege vertraut. Daß eine artkonforme Tierhaltung möglich ist, beweist Circus Krone tagtäglich aufs Neue. Denn Circus Krone lebt nicht von, sondern mit seinen Tieren – und vor allem für sie. Aus der Sicht unseres Hauses erscheint daher ein Verbot für Elefant & Co. im Circus nicht angebracht. Es würde wohl langfristig dazu führen, daß ein Stück Kulturgut in Europa für immer verlorenginge. Dr. Susanne Matzenau ist Pressesprecherin des Circus Krone , dem größten Circus Europas.

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