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Hexenverbrennung, Holzschnitt um 1580 Foto: picture-alliance / akg-images
Stadtratsbeschluß

Bernau rehabilitiert Hexen

BERNAU. Der Stadtrat von Bernau hat die in der Stadt hingerichteten Hexen rehabilitiert. „Um an dieses Unrecht unserer Vergangenheit zu erinnern und für die heutige Zeit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu setzen“, beantrage man, die Opfer der Hexenprozesse zu rehabilitieren. Dadurch solle „die Ehre der durch die Hexenprozesse verfolgten und hingerichteten Bernauerinnen und Bernauer wieder herzustellen“, heißt es in dem vom Stadtparlament der brandenburgischen Stadt beschlossenen Antrag von Linkspartei, Grüne, SPD, Piraten und der Freien Fraktion.

Mit der Rehabilitierung werde keine juristische, sondern eine „symbolische moralisch-ethische Wiedergutmachung“ angestrebt. Während der Hexenverfolgungen seien in Bernau von 1536 bis 1658 in Bernau Hexenprozessen 25 Frauen und drei Männer wegen angeblicher Zauberei verfolgt, gequält und mitunter bei lebendigem Leib verbrannt worden, so die Antragsbegründung.

Der Zeitpunkt sei gewählt worden, da sich der Höhepunkt der ersten Verfolgungswelle 1617 in diesem Jahr zum vierhundertsten Mal jähre. Kritik an dem Beschluß kam von der CDU: „Für das Durchleuchten von Unrecht ist Ihre Fraktion ja nicht gerade prädestiniert“, hatte CDU-Stadtrat Daniel Sauer während der Debatte der Linksfraktion vorgehalten, berichtete der rbb. (tb)

Hexenverbrennung, Holzschnitt um 1580 Foto: picture-alliance / akg-images

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