Pflichterfüllung!

Ach, das war ernst gemeint!?" – die Überraschung nicht nur vortäuschende Bemerkung eines langjährigen Redakteurs dieser Zeitung spiegelt das ganze Elend wider, das sich mit schöner Regelmäßigkeit noch zu jedem Jahreswechsel einstellt, wenn es um das Thema "Gute Vorsätze" geht. So auch in der letzten Redaktionssitzung im alten Jahr, als wir über dieses JF-Intern brüteten und überlegten, ob wir – wie in den Jahren zuvor – einen mehr oder weniger launigen Text zu unseren persönlichen Vorsätzen für 2008 schreiben sollten. Die Diskussion darüber gestaltete sich dann deswegen leicht zähflüssig, weil kaum jemandem etwas einfallen wollte, was hier an dieser Stelle nicht so oder so ähnlich schon in den Vorjahren gestanden hätte. Der eine will abnehmen, der andere mit dem Rauchen aufhören, und die nächsten beiden Kollegen wollen ihre persönliche Bestzeit beim Marathonlauf verbessern. Wie unoriginell!

An diesem Punkt der Erörterung meldete sich schließlich ein bis dahin schweigsamer Kollege zu Wort, wiegte bedächtig sein schütteres Haupt und sagte: "Ich weiß nicht, was das alles soll, wen interessiert schon, ob jemand von uns abspecken oder das Rauchen aufgeben will? Und wen interessieren Laufzeiten beim Marathon? Ich will einfach meine Pflicht tun." – Das saß! Besser kann man das Thema nicht auf den Punkt bringen. Thorsten Thaler

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