Die Welten in uns und die Welten über uns

In einem dramatischen Appell an den Bundestag und die Länderparlamente hat jetzt eine Reihe erstklassiger Wissenschaftler aus verschiedenen Fakultäten dazu aufgerufen, endlich das Fach "Astronomie" als Pflichtfach an den Schulen einzuführen. Kaum ein Jugendlicher habe noch einen Blick für den gestirnten Himmel über uns. Das sei höchst betrüblich, denn "Astronomie ist das Fach, das uns am engsten sowohl mit der Vergangenheit als auch mit der Zukunft verbindet".

Gut gebrüllt, Löwe! Doch bewirken wird’s trotzdem nichts. Die Kultusminister werden harthörig bleiben. Die Astronomie ist einfach zu uninteressant für die menschliche Lebenswelt geworden, speziell für die der Jungen. Satelliten-Erkundungen in der näheren Erdumgebung bezeugen, daß es sich bei den anderen Planeten um nichts als um trostlose, lebensfeindliche Staub- und Gaswüsten handelt, auf denen wir an sich nicht das geringste zu suchen und zu finden haben.

Und was uns die Observatorien über weit entfernte, endlos tief in der Vergangenheit liegende Raumphänomene mitteilen, ist noch abschreckender. Es klingt mittlerweile derart abstrakt, daß wir geneigt sind, gar nicht mehr an irgendwelche realen Welten zu glauben, höchstens noch an Formeln oder "Fehlfarben", die nicht das geringste mit unserem eigenem Schicksal zu tun haben.

Wie anders war es dereinst doch mit der guten alten Astrologie! Deren Horoskope interessierten jeden. Indem die alten Gelehrten Sternenkunde und Seelenkunde intensiv miteinander verbanden, machten sie die erstere, die Sternenkunde, für die Menschen erst wirklich attraktiv.

Merke: Was oben passiert, das passiert auch in unserem Inneren – nur mit einem solchen Paradigma erzeugt man echtes Interesse, bei Schülern und möglicherweise sogar bei Kultusministern.

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