Genauer hinschauen

Das Straßburger Väter-Urteil ist zu begrüßen – und es stimmt nachdenklich. Begrüßenswert ist die Stärkung des Kindeswohls, weil Kinder eben beide Eltern brauchen. Das scheiterte oft am absoluten Veto-Recht der Mutter. Berlin wird das Urteil hoffentlich umsetzen. Und da beginnt das Nachdenken. Die Urteile der letzten Jahre haben dem Recht von Einzelpersonen Geltung verschafft – aber die Institutionen Ehe und Familie und damit auch den Sinn für Solidarität geschwächt.

Die Folgen lassen sich an offiziellen Zahlen ablesen. Ein Drittel aller Männer bleibt zeitlebens kinderlos, Tendenz steigend. In Ehen wiederum werden Männer in der Regel Väter: Fast 85 Prozent der verheirateten Männer zwischen 30 und 59 Jahren haben mindestens ein Kind. Für Männer gilt wie für Frauen, daß Elternschaft eng an die Ehe gebunden ist. Ehen beziehen außerdem die geringsten Transferleistungen, weil die gegenseitige Hilfe in diesem Bund meist stärker ist als bei unverheirateten Paaren. Intakte Ehen sind für den Staat rentabel. Deshalb ist es eigentlich verwunderlich, daß Politik und Rechtsprechung die Institution Ehe und auch die klassische Familie nicht stärker fördern. Man wird schon genau hinschauen müssen, wie die Reform des Sorgerechts aussieht.

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